Stefan und ich sind in unseren Mittdreißigern, haben schon eine Menge hinter uns und sind heute etwas ruhiger, um nicht zu sagen routinierter geworden, im Laufe der Jahre. Wir wollten also jemanden, für den das alles - Albumproduktion, Promotion, Welttournee - das erste Mal ist und dessen Enthusiasmus hoffentlich auf uns abfärben würde. Wir wollten jemand, der mit großen Kinderaugen staunt, was da alles auf einmal um ihn herum passiert. Und der uns mit seinem Enthusiasmus davon abhält, uns auf die faule Haut zu legen.

teleschau: Wie sah das gewünschte Persönlichkeitsprofil aus?

Molko: Du musst dir mal seine Hände anschauen. Steve hat "Open Mind" auf seinen Fingerknöcheln tätowiert. Das ist schon mal kein schlechtes Statement, aus meiner Sicht. Steve schickte uns ein Video, stellte sich darin vor, meinte, dass er Schlagzeug spielen und Tattoos liebe und am Ende sagte er: "Ich will einfach nur ein zufriedenes Leben führen." Das hat mich beeindruckt. Nach all der Dunkelheit der letzten Jahre, die die Band umgab, das jemanden sagen zu hören, gab den Ausschlag. Denn genau das will ich auch: Einfach nur ein glückliches Leben führen.

teleschau: Wie sieht das für Dich aus?

Molko: Ich muss auf mich aufpassen und gut zu mir sein. Für mich bedeutet es ganz konkret: Ich muss endlich aufhören, pausenlos den Selbstzerstörungsknopf zu drücken. Ich muss etwas finden ... (stockt und sucht nach Worten) Es ist ganz einfach Liebe, und Liebe in sich zu tragen, glaube ich. Zu versuchen, das Innere selbst besser zu verstehen, sich besser zu beschützen und auf sich aufzupassen. Es gibt viele Dinge an mir, die ich nicht verstehe, die mich überfordern. Im Grunde heißt es für mich, es endlich mit dem Leben aufzunehmen, anstatt davor wegzurennen.

teleschau: Deine Texte sind sehr offen und persönlich. Bist Du gerade in einer Phase der Selbstfindung, wie Du in "Bright Lights" beschreibst?

Molko: Der Text ist sehr autobiografisch, eine totale Beichte, aus meiner Sicht. Auf früheren Alben hatte ich mir angewöhnt, bestimmte Charaktere zu erfinden, durch die ich dann meine Gefühle und Ängste formulieren konnte. Diese Figuren habe ich als Selbstschutz und Katalysator benutzt, um mich auszudrücken. Das habe ich diesmal überhaupt nicht. Die Stimme des Erzählers ist meine eigene. Ich denke das Album ist mit diesen Texten um einiges ehrlicher und persönlicher.

teleschau: Wenn man also Titel und Texte interpretiert, steht "Battle For The Sun" also sinnbildlich für den Kampf um das Leben?

Molko: Genau darum geht es

1 · 2 · 3

Tageshoroskop bei Yahoo!
 
Lifestyle RSS Feed
Lifestyle auf mein Yahoo!
Die häufigsten Fragen zu RSS 
 
 
Copyright © 2009 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten
Wir über uns - Hilfe - Jobs@Yahoo! - Yahoo! Services - Datenschutz - AGB - Impressum - Copyright-Richtlinien