"Mutanten" - Allein unter Aliens

Bin ich anders? Oder die anderen? Warum habe ich das Gefühl, nicht in ihre Welt zu passen? Sich unverstanden und alleine fühlen, mit all den Nasen da draußen nichts anfangen können - das hat jeder schon durchlebt, vor allem im Teenager-Alter scheint dieser eigentümliche Egotrip zur Entwicklung zu gehören. In Katalin Gödrös' Spielfilmdebüt "Mutanten" (2001) umtreiben die 13-jährige Paula (Karoline Teska) diese Fragen. Sie rettet ihr von Selbstzweifeln bedrohtes Weltbild mit einer schrägen Antwort. Nur ich bin normal. Alle anderen sind mutierte Wesen von einem anderen Stern. Das muss man erst mal setzen lassen, um zum Schluss zu kommen, dass ein Film, der sich authentisch mit den Identitätsproblemen pubertierender Jugendlicher auseinandersetzt, gar keine genialere Grundidee haben kann. Das ZDF wiederholt das Drama nun in der "kleinen Fernsehspiel"-Reihe "Outer Space".

Die Ferien nahen. Alles scheint in Ordnung. Aber es ist diese Ordnung, die für Paula zur Qual wird. Plötzlich kommt sich das Mädchen, das mit seiner Mutter in einer Kleinstadtsiedlung lebt, in der sie ungerührt anlächelnden Umgebung verloren vor. Angefangen von den pubertierenden Mitschülern bis zu den Nachbarn mit ihren spießigen Vorgärten - alles Außerirdische, oder von außerirdischen Kräften infiltrierte willen- und emotionslose Wesen.

Den einzigen Verbündeten sieht Horror-Fan Paula in Jens (Jacob Matschenz), einem, der auch anders ist: aggressiv und verschlossen. Zweifellos ein Mensch, so ist Paula bald überzeugt. Um ihm näherzukommen, erfindet sie den Tod ihres Vaters (Peter Lohmeyer), schließlich brennen die beiden durch ...

Mit einem engagiertem Ensemble - unter anderem Sabine Timoteo, die mit "Mutanten" den Grundstein für eine recht ansehnliche Kinokarriere legte ("Gespenster", "Ein Freund von mir", "Der freie Wille") - ist Gödrös ein erstaunlich ambitionierter Jugendfilm gelungen, vergleichbar vielleicht mit "Nach Fünf im Urwald": Roadmovie, Teenage-Lovestory, Sommer-Abenteuer, bissige Gesellschaftskritik, ein Film über das Erwachsenwerden.

Im Herbst ist Karoline Teska erneut in einem Jugend-Drama zu sehen. Am 15. Oktober startet "Ein Teil von mir" in den Kinos. Die Regiearbeit von Christoph Röhl entstand in Zusammenarbeit mit dem "kleinen Fernsehspiel" (ZDF) und handelt von einem 16-Jährigen, der erfährt, dass er Vater wird.
Ausstrahlung am 13.07.2009 um 00:15 Uhr auf ZDF

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Autor: Alexander Franck/teleschau - der mediendienst
Bilder: ZDF / Gabi Kiess

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