Künstlerischer wie auch kommerzieller Höhepunkt seiner Karriere war das Album "Thriller" aus dem Jahr 1982: Sieben Singles erreichten Platz eins der US-Charts, Jackson wurde mit sieben Grammys ausgezeichnet. Kein Wunder, gelang es ihm doch mit einer perfekt produzierten Symbiose aus Soul, Pop und Rock, den weißen Mainstream für sich zu erobern. So gilt er als der erste schwarze Künstler überhaupt, dem es gelang, ein massives Airplay beim Musiksender MTV zu erreichen. Und nicht zuletzt trugen die aufwendigen Videos zu den Songs "Beat It" und "Billie Jean" sowie der 15-minütige Clip zu "Thriller" dazu bei, dass Jackson zu einem der größten Popstars aller Zeiten wurde.
Mit den Alben "Bad" (1987) und "Dangerous" (1991) schaffte er es, diesen Ruf mit Nachdruck zu verteidigen. Danach jedoch stand eher sein exzentrisches Popstar-Dasein und turbulentes Privatleben im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses als sein musikalisches Wirken. Zwei mit großem Aufwand produzierte und beworbene Alben ("HIStory" von 1995, "Invincible" von 2001) floppten. Schlagzeilen machten hingegen seine Kurzehe mit Elvis' Tochter Lisa Presley, Vorwürfe und Prozesse wegen Kindesmissbrauch (Jackson wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen) und zuletzt die drohende finanzielle Pleite des Superstars, die ihn dazu zwang, sein legendäres Anwesen "Neverland Ranch" zu verkaufen. Noch in diesem Jahr wollte Michael Jackson seine lang ersehnte Comeback-Tour antreten. Um darauf vorbereitet zu sein, habe er, so verlautet aus Jacksons Umfeld, bereits seit langer Zeit Medikamente genommen.
Trotz all der privaten Turbulenzen und Skandale wird von Jackson vor allem eines bleiben: Die Erinnerung an ein nicht nur musikalisches Phänomen. Generationen von Künstlern und die Popmusik wurden von ihm entscheidend geprägt. Ein tragischer Superstar, der zuletzt nicht mehr beweisen konnte, dass er den Beinamen "King of Pop" völlig zu Recht trug.
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Autor: Stefan Weber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Sony Music
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