Die machen sechs Wochen oder sogar drei Monate einen harten Job, und plötzlich kommt da jemand, der sich da vielleicht wichtig macht. Bei meinem zurückliegenden Aufenthalt in Kalkutta hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass diese Vorbehalte völlig weg waren. Dass ich über viele Jahre im Stillen und in bemerkenswerter Höhe Sponsoren mobilisierte und meine privaten Einnahmen aus einer zugehörigen Werbekampagne gespendet habe, hat vermutlich die letzten Zweifel an der Aufrichtigkeit meines Engagements beseitigt.
teleschau: Sie stammen aus gesicherten Verhältnissen. Können Sie sich noch erinnern, wann bei Ihnen das Bewusstsein entstand, dass nicht alle Menschen so privilegiert sind?
Furtwängler: Ich stamme aus einem stark protestantisch geprägten Elternhaus, das gar nicht einmal so wohlhabend war. Von daher staunte ich eher über die Dinge, die anschließend möglich wurden. Mein soziales Engagement erwachte aber eigentlich erst, als ich Mutter wurde. Meine Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem man die Dinge allzu leicht für selbstverständlich hält. Davor wollte ich sie von vornherein bewahren, dachte aber zugleich: "Wie schaut's denn bei mir selber aus? Was mache ich aus meinen Möglichkeiten?"
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Autor: Jens Szameit/teleschau - der mediendienst
Bilder:
NDR / Sven Jaax
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