Und eine gewisse Art von Glauben. Den hatte ich aber schon immer. Schon als kleiner Junge habe ich meine Abende damit verbracht, im Bett zu liegen und davon zu träumen, was ich mache, wenn ich meine erste Million verdiene. Ich besaß immer das Gottvertrauen, dass das irgendwann funktionieren würde, dass ich irgendwann meinen ersten Porsche fahren würde. Dieses Vertrauen in meine Fähigkeiten, das hatte ich auch, als ich von der Schule flog. Mein Vater drängte mich immer, eine Ausbildung zu machen - schon damals blieb ich stur, sagte, ich hätte andere Pläne.

teleschau: Wann hattest Du das Gefühl, die Lage unter Kontrolle zu haben, ein guter Manager zu sein?

Läsker: Das selbst verliehene Diplom hatte ich nach der Veröffentlichung von "Sie ist weg", um 1995 oder '96 herum. Da wurde innerhalb eines kurzen Zeitraums so viel in mich reingeprügelt und musste ich so viel geben. Plötzlich mussten wir über irgendwelche wahnwitzigen Major-Kooperationen entscheiden und riesige Marketing-Deals anleiern und Dinge oft sehr schnell aus dem Bauch heraus entscheiden. Ich traf da oft ins Schwarze - und hatte schon den Eindruck, es insgesamt richtig zu machen.

teleschau: Bald hattest Du eine ganze Reihe von anderen Interpreten unter Vertrag ...

Läsker: Bands brauchen immer die Freiheit, aufhören zu können. Die Fantastischen Vier waren da natürlich keine Ausnahme. Und als Manager kommt man dann schon ins Grübeln und denkt darüber nach, was man machen könnte, wenn die eines Tages wirklich keinen Bock mehr haben. Sobald meine Fähigkeiten instrumentalisierbar waren, sich also nicht nur auf die Fantas anwenden ließen, setzte ich eben noch ein paar weitere Pflänzchen. Es gab Zeiten, in denen ich das komplett übertrieb, zeitweise hatte ich 25 Bands unter Vertrag! Das waren 120 Einzelkünstler. Das habe ich aber wieder zurückgefahren, das war logistisch nicht möglich.

teleschau: Inwieweit warst Du in den Kreativprozess Deiner Künstler involviert?

Läsker: Ich habe immer ein bisschen geremixt, und als ich später mehrere Bands auf einmal unter Vertrag hatte, habe ich bei einigen schon ordentlich in den Produktionsprozess reingegrätscht. Bei den Fantas habe ich im Prinzip eher die Rolle des bandinternen A&R-Managers. Ich bin also der Typ, der ihnen sagt: "Hey, 'MFG' ist kein Skit. Das ist die Single, und zwar eine Mördersingle." Ich bin der Erste, der das neue Zeug hört. Ich muss auch sofort eine Vision entwickeln, eine Marketing-Kampagne. Ich muss so eine Art Profi-Konsumententum einbringen

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