Kaspar Capparoni: Heimspiel im europäischen Wettbewerb

Er könne es sich im Grunde nicht wirklich erklären, warum die Rolle ausgerechnet ihm zufiel, kokettiert Kaspar Capparoni lachend. Der smarte Italiener spielt in der neuen Staffel des Seriendauerbrenners "Kommissar Rex" (ab 9. Juli, immer donnerstags, 20.15 Uhr, ZDF) den Kripobeamten Lorenzo Fabbri an der Seite des berühmten Polizeihunds Rex, der neuerdings nicht nur im Zweiten, sondern erstmals auch durch die Ewige Stadt schnüffelt. Schließlich, gibt der 44-jährige Römer zu bedenken, sehe er mit seinen blonden Haaren doch gar nicht aus, wie man sich einen Italiener so vorstellt.

Was natürlich pures Understatement ist. Denn so lässig, wie sich Capparoni mit Zigarette, Sonnenbrille, Fliegerjacke und Dreitagebart beim Interviewtermin in München präsentiert, versprüht er mindestens so viel Dolce Vita wie sein in der Stadt (vorläufig) berühmterer Landsmann Luca Toni. Doch auch mit den bayerischen Sitten ist der Schauspieler, ein ehemaliges Fotomodell, offenbar bestens vertraut. Schlenderte er zur vorangegangenen Pressekonferenz im Biergarten doch standesgemäß mit einem Weißbierglas in der Hand. München gefalle ihm ganz prima, bestätigt er denn auch den ersten Eindruck. Das letzte Mal sei er allerdings mit 16 in der bayerischen Landeshauptstadt gewesen. Frisches Weißbier, Knödel und Schweinebraten, das sei aber ganz nach seinem Geschmack.

Kaspar Capparonis Familie stammt aus dem Pustertal in Südtirol. Seine Mutter, eine Deutschlehrerin, konnte ihn gleichwohl nur peripher für die deutsche Sprache und Kultur gewinnen. Doch mit seinen Südtiroler Wurzeln ist er die ideale Wahl für den neuen "Rex". Denn auch der Wiener Polizeihund sitzt nun gleichsam zwischen den nationalen Stühlen, wurde mit seinem Italientransfer gewissermaßen europäisiert. Ein Gedanke, mit dem sich Capparoni bestens anfreunden kann. "Ich bin überzeugter Europäer", bestätigt er. "Mit meiner gespaltenen Identität habe ich keine Probleme. Das steckt einfach in der Familiengeschichte. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte mein Großvater väterlicherseits gegen den mütterlicherseits."

Lange nachdenken musste Capparoni über das durchaus prestigeträchtige Rollenangebot nicht. "Ich bin ein großer Fan der Serie", versichert er und fügt gleich ungefragt hinzu: "Tobias Moretti ist für mich klar der beste Kommissar." Ob ihm dessen inzwischen hoch dekorierte Schauspielkarriere ein Ansporn ist? Nun ja, grübelt Capparoni, er habe schon ein paar der jüngeren Moretti-Filme angeschaut. Doch am liebsten sehe er den Kollegen nach wie vor als "Rex"-Herrchen.

Was Capparoni aber womöglich mehr als alles andere an die Seite des berühmten Vierbeiners brachte, ist sein privates Hundefaible. Gleich sechs Schweizer Schäferhunde besitzt er ("Keine Arbeit, pures Vergnügen!"), und einen von ihnen brachte er geschickterweise zum Casting mit. Das war unter anderem ausschlaggebend, hatte Serienproduzent Ferdinand Dohna zuvor vor Journalisten aus dem Nähkästchen geplaudert.

"Ich ziehe die Gesellschaft von Hunden der von Menschen generell vor", behauptet Capparoni sodann trocken. So ganz nimmt man dem Familienvater das nicht ab

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