Jytte-Merle Böhrnsen: Die Paris Hilton der ARD

"Komplizierter geht's gar nicht", lacht Jytte-Merle Louisa Böhrnsen über ihren Namen. Für eine einfache "Julia" oder "Anna" würde die 25-Jährige ihre dänisch-französisch-nordische Kombination dann aber doch nicht eintauschen. Warum auch? - Denn so kommt man direkt ins "Klönen" mit der gebürtigen Hamburgerin und wird in die Familiengeschichte eingeweiht. Die Oma väterlicherseits ist Dänin, Louisa mit "oui" heißt sie nach der Urgroßmutter mütterlicherseits. "Ach, jetzt plaudere ich schon wieder aus dem Nähkästchen", bremst sich die sympathische Schauspielerin manchmal. Nein, kompliziert ist an Jytte-Merle sicher nur der Name. Umso größer ist nun die schauspielerische Herausforderung: In der neuen ARD-Serie "Geld.Macht.Liebe" (ab 06.07., montags, 20.15 Uhr) verkörpert die Blondine das verwöhnte, reiche Partygirl Marietta von Rheinberg.

Bald ist Jytte sozusagen die Paris Hilton der ARD. "Das ist bestimmt lustig für alle, die mich privat kennen", sagt sie. "Mit meinen Schluffi-Klamotten, den Baggy Pants und dem Out-of-Bed-Look." Zur Vorbereitung auf die Rolle musste sie sich ihre ersten richtigen High Heels kaufen. "Zwölf Zentimeter. Damit stakste ich dann immer zu Hause durch die Küche." Zur Glamour-Göre will sie aber nicht mutieren. Der Lebensstil einer Paris Hilton sei für sie nicht erstrebenswert. Im Gegenteil: "Solche Leute sind für manche Teenies Idole. Vielleicht kann ich denen mit meiner Rolle zeigen: Marietta ist zwar lustig und vielleicht auch charmant, aber sie trinkt ganz schön viel. Und sie benimmt sich daneben. Das ist nicht cool. Hinter ihrer Maske steckt ein Mensch, und der kann auch richtig tief fallen."

Andererseits: So ein bisschen glamourös hört sich Jytte-Merles Lebenslauf doch an. Sie schwebte schon über die Bretter, die die Welt bedeuten, als sie noch "in Mamas Bauch war." Seit mehr als 30 Jahren spielt die Mutter schon an einem Amateurtheater, dem Hamburger Kellertheater. Sie träumte lange von einer Karriere als Schauspielerin, entschied sich letztlich aber doch für die Medizin. "Mir wurde der Beruf sozusagen ins Blut injiziert", sagt Jytte, die von Kindesbeinen an Theater spielte.

Mutter Elke ist auch eine besonders bemerkenswerte Passage in der Biografie ihrer Tochter zu verdanken. Mit 17 verbrachte die Jungschauspielerin ein Jahr allein in New York - am berühmten Lee Strasberg Institute. "Geh doch da hin", scherzte ihre Mutter an Jyttes Geburtstag. "Hat doch Moritz Bleibtreu auch gemacht." - "Als ich Monate später tatsächlich die Zusage bekam, ist sie vor Schreck beinahe in Ohnmacht gefallen. Aber ich sagte: 'Mama, es war doch deine Idee!"

Und so lieferten die Böhrnsens ihre Teenager-Tochter auch in New York ab. Dass sie sie wenige Tage nach der Ankunft am 8. September 2001 doch am liebsten wieder mit nach Hamburg genommen hätten, ist verständlich. "Ich war so froh, dass meine Eltern während der Anschläge noch da waren. Ich wäre vermutlich allein emotional überfordert gewesen. Die Bilder verlassen einen sowieso nie. Ich habe die Türme dort stehen sehen, und dann war da plötzlich nur noch einer, der auch einstürzte. Die Straßen waren wie leergefegt, und tausende von Menschen suchten ziellos und gelähmt ihren Weg raus aus Manhattan."

Doch Jytte, das Küken der Schauspielschule, blieb im Big Apple und "sog alle Eindrücke auf, wie ein trockener Schwamm

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