Die verherrlichende Inszenierung der Verteidigung von Fort Alamo im mexikanisch-amerikanischen Krieg um Texas blieb sein einziger Ausflug hinter die Kamera.
Obwohl John Wayne Anfang der 60er-Jahre so schwer an Lungenkrebs erkrankte, dass ihm ein Lungenflügel entfernt werden musste, lieferte er weiterhin jedes Jahr mindestens einen Film ab. Er spielte den Helden in Klassikern wie "Der Mann, der Liberty Valance erschoss", "Die vier Söhne der Katie Elder" und "Die Unbesiegten". Die Rolle, die ihm 1969, 30 Jahre nach seinem Durchbruch endlich den Oscar einbrachte, war mehr oder weniger eine Parodie auf seine bisherigen Darstellungen: In "Der Marshal" gibt John Wayne einen einäugigen Trunkenbold, dessen Dienste doch noch einmal gebraucht werden. "Hätte ich gewusst, dass das alles ist, was nötig ist, dann hätte ich die Augenklappe schon vor 40 Jahren rangemacht", meinte er lakonisch, als er die Trophäe entgegennahm, ausgerechnet aus den Händen von Barbra Streisand, auf die er wegen ihrer kriegskritischen Einstellung schlecht zu sprechen war.
In den folgenden Jahren erkrankte John Wayne erneut an Krebs. Der krebskranke Revolverheld J.B. Books in "Der letzte Scharfschütze" (Freitag, 12.06., 01.20 Uhr, im Ersten) sollte 1976 seine letzte Rolle sein. Als er im April 1979 bei den 51. Acadamy Awards den Oscar für den besten Film überreichte, applaudierte ihm das Publikum minutenlang. Einige Monate zuvor hatte man erneut Tumore in seinem Magen entdeckt. In einem Krankenhaus in Los Angeles erlag der Mann, den seine Fans den "Duke" nannten, am 11. Juni 1979 im Alter von 72 Jahren seinem Krebsleiden.
Mit John Wayne starb nicht nur der größte Westerndarsteller, sondern im Prinzip auch das ganze Genre. Zwar wagt sich von Zeit zu Zeit ein Regisseur zurück in die Prärie, doch weder Filmemacher noch Darsteller wollen sich wieder dort ansiedeln. Wohl auch, weil es keinen Ersatz für die Rolle des echten Westernhelden gab. Denn John Wayne prägte das Bild des Cowboys und schuf in seiner Person einen Mythos, eine Legende, die sich keiner anzutasten wagt.
Wayne schlug Frank Sinatras Bodyguard zu Boden, als der sich weigerte, seinem Brötchengeber zu sagen, er solle die Party-Musik leiser stellen. Während eines Drehs jagte er Dennis Hopper angeblich mit geladener Waffe über das Studiogelände. Und nach eigener Aussage traute er keinem, der Alkohol mied. Keine Frage: John Wayne war ein ganzer Kerl - doch ob es der Apothekersohn unter seinem bürgerlichen Namen Marion Michael Morrison auch an die Spitze der Hollywood-Stars geschafft hätte?
Das Fernsehen ehrt den Duke mit einer Reihe von Klassikern
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