Jördis Triebel: Die sinnlichste Schweinebäuerin aller Zeiten
Für Jördis Triebel stand immer fest, dass sie Schauspielerin werden würde. "Komisch, oder? ich wusste immer, was ich machen wollte. Obwohl ich im Nachhinein denke, es wäre auch schön gewesen, einen handwerklichen Beruf zu erlernen. Ich bin Schauspielerin, das sagt sich so schwer. Man kann es nicht anfassen. Manchmal denke ich, dass ich gerne Tischler geworden wäre und einen Schrank bauen könnte, in dem meine ganze Arbeit steckt." Die Arbeit an "Emmas Glück" hat die 1977 in Ostberlin geborene Künstlerin genossen, auch die Schwielen an den Händen: "Das hat mir gefallen. Ich fand's toll, meine verbrauchten Hände mit der eingerissenen Haut zu sehen." Jördis Triebels hinreißendes Debüt ist nun (Do., 30.07., 22.45 Uhr) im Ersten zu sehen.
Der erste Eindruck, den die Theaterschauspielerin auf der Leinwand hinterließ, war überwältigend. Die damals 28-Jährige spielte 2006 in "Emmas Glück" die titelgebende Schweinebäuerin. So umwerfend, da

ss die Berlinerin mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet wurde.
Was für ein Auftakt für Jördis Triebel, die schon nach ihrer allerersten Filmszene nichts mehr erschüttern konnte. "Am ersten Drehtag musste ich einen Orgasmus spielen, den ich auf einem Mofa bekam. Ich dachte mir: Gut, dass ich damit anfange, dann sind wenigstens erst mal alle Hemmungen weg." Beim Dreh konnte sie sich auf die Unterstützung ihres Filmpartners Jürgen Vogel verlassen. "Ein Kumpeltyp, er hat mir geholfen. Ich hatte Lampenfieber. Aber es war toll, Jürgen Vogel an der Seite zu wissen. Wir hatten von Anfang an eine gemeinsame Sprache."
Jördis Triebel, die vor einem Jahr einen Sohn zur Welt brachte, ist vor allem in ZDF-Produktionen gerne gesehen. Sie war in Episoden von "Der Kommi

ssar und das Meer" ("Den Du nicht siehst") und "Das Duo" ("Sterben statt Erben") mit von der Partie, gehört zum Ensemble der Qualitätsserie "KDD - Kriminaldauerdienst" und hatte im Herbst 2008 eine Hauptrolle im Thriller "Das Geheimnis der falschen Mutter". Im Kino überzeugte sie zuletzt in Max Färberböcks Trümmer-Drama "Anonyma". In Sönke Wortmanns Romanadaption "Die Päpstin" ist sie ab dem 29.10. wieder auf der Leinwand zu sehen.
Jördis Triebel gehört zu den Schauspielern, die ihren Beruf mit Leib und Seele annehmen. "Ich versuche, eine Figur regelrecht anzuziehen und für die Zeit des Drehs ganz in ihrer Welt zu leben", verrät sie. Ein seichter Liebesfilm wäre nichts für die sinnliche Charakterdarstellerin. "Ich glaube schon, dass ich die Abgründe suche", sagt sie. "Ic

h versuche auch immer, sehr psychologisch zu arbeiten und habe gerne mit Regisseuren zu tun, die stark auf den Schauspieler setzen und ihm spontane Momente lassen."
Ganz schön selbstbewusst, aber bei dem Namen auch kein Wunder. Jördis ist Schwedisch und bedeutet "Göttin des Schwertes". Als Kind litt sie noch ein wenig unter den Späßen der Mitschüler ob ihres, nun ja, originellen Vornamens. Heute berlinert sie jedem stolz entgegen: "Weeßte, ick bin die Jördis, und keen anderer!"
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Autor: Frank Rauscher/teleschau - der mediendienst
Bilder:
SWR / Kerstin Stelter
ZDF / Christine Schroeder
ZDF / Gunnar Fuß
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