Inside Piet Flosse: Puppenspieler Andi Saurbier über den Job als "1, 2 oder 3"-Maskottchen
Die "1, 2 oder 3"-Redaktion macht Mittagspause. Zwischen zwei Aufzeichnungen des Kinderfernseh-Dauerbrenners in Unterföhring trifft sich das Team in der ZDF-Kantine. Mit am Tisch sitzt Andi Saurbier: Ein sehr freundliches, aber auf den ersten Blick nicht bekanntes Gesicht, obwohl er seit sieben Jahren neben Moderator Daniel Fischer bei der Show im Rampenlicht steht (samstags, 08.25 Uhr, ZDF; 14.30 Uhr, KI.KA). Saurbier ist Puppenbauer, Puppenspieler und Piet Flosse, das Maskottchen der Sendung. Hier verrät er ein paar Details über das Innenleben der blauen Riesenrobbe.
Piet Flosse trägt XXL, hat Schuhgröße 68 und liebt Fisch. In der Ratesendung assistiert Piet dem Moderator und übernimmt den Job als Außenreporter: In kleinen, witzigen Einspielfilmen (die übrigens auch Saurbier mit seinem Partner Lothar Brus herstellt)

beschäftigt er sich dann besonders intensiv mit einem Wissensgebiet, was öfter mal im Chaos endet. 2002 begann der steile Aufstieg der knuffigen Figur zum Publikumsliebling bei "1, 2 oder 3", wo seit über 30 Jahren Kinder auf Antwortfeldern herumspringen.
"Ich komm' gleich", ruft Andi Saurbier den Kollegen hinterher, die sich wieder auf den Weg ins Studio machen. Der schlanke Mann braucht inzwischen nur noch zehn Minuten, um sich das zwölf Kilo schwere Kostüm (drei der Kopf, neun der Rest) überzustreifen. Dann kann's auch losgehen: 45 Minuten lang tanzen, klatschen, mit strahlenden Kindern schäkern. Und schwitzen. "Ich habe mal ein Thermometer mit ins Studio genommen: Im Kostüm hat's ungefähr 42 Grad. Man gewöhnt sich dran." Eine Lüftung ist bei der Puppe Piet Flo

sse, die Saurbier auf Grundlage eines Cartoons selbst konstruiert hat, aber nicht nötig. "Weil mein Mund direkt hinter dem Mund von Piet Flosse ist." Und wie kann Andi Saurbier eigentlich etwas sehen, wenn sein Kopf in dem von Piet steckt? "Ich schaue durch die Nase. Das ist Spezialschaumstoff, der verhindert, dass man von außen reingucken kann, aber ich kann rausschauen."
Was am Bildschirm nicht auffällt, aber im Studio im ersten Moment überrascht: Piets hohe Cartoon-Stimme kommt gar nicht aus Piet, sondern aus einer Kabine neben der Bühne. Sie gehört nicht Andi Saurbier, sondern dem Sprecher und Autor Frank Maria Reifenberg. Er kontrolliert außerdem, dass Piets Mimik exakt zum Gesagten passt: Reifenberg steuert Augenlider und Mund der Figur, die durch kleine Mo

toren bewegt werden, mit einer Fernbedienung. Auch der Puppenspieler und der Sprecher können während der Sendung miteinander kommunizieren. Aber: "Den genauen Wortlaut stimmen wir nicht mehr ab", winkt Andi Saurbier ab. "Was der andere sagen will, wie die Betonung ist - das ist bei uns beiden mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es von allein funktioniert." Wenn Piet sich aber mal eben mit einem Kind unterhält, das neben ihm steht, dann spricht Andi Saurbier. Das irritiere sie auch nicht. "Die Kinder wissen ja: Da ist ein Mensch drin, nehmen Piet aber trotzdem als eigenen Charakter wahr", berichtet er aus Erfahrung.
Für alle Fälle - sollte das Fell beispielsweise mal mit Schoko-Soße in Berührung kommen - hat Andi Saurbier auch stets ein Reservekostüm dabei
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