teleschau: Sie sind also ein Freund der Talkshow?
Mangold: Ich sage nur, dass Spielfilme im Kino besser funktionieren, philosophische Diskurse dagegen über das geschriebene Wort. Das miteinander Reden ist wie gemacht fürs Fernsehen mit seiner Mischung aus Beiläufigkeit, Anschaulichkeit und seinem schnellen Wechsel von Themen.
teleschau: Sind Ihre Partnerin Amelie Fried und Sie völlig frei in der Auswahl der vorgestellten Bücher?
Mangold: Natürlich. Deshalb hat uns der Sender wohl geholt, weil er unserer Lesekompetenz vertraut. Amelie Fried und ich tauschen uns permanent aus. Natürlich streben wir an, eine gute Mischung zu präsentieren: verschiedene Genres, Schreibweisen und Nationalliteraturen. Darüber hinaus gibt es nachgeordnete Kategorien. Zum Beispiel, dass nicht alle Bücher vom gleichen Verlag sein sollten. Eines unserer Ziele ist auch, dass Bücher dabei sind, die wir nicht im gleichen Maße toll finden. Zu denen wir unterschiedliche Dinge zu sagen haben.
teleschau: Bei einer Co-Moderation ist es wichtig, dass man sich zusammen "eingroovt". Wie haben sie das bewerkstelligt? Kannten Sie sich?
Mangold: Wir kannten uns ein bisschen, weil wir zusammen in einem Beirat saßen. Aber Sie haben Recht - man muss einen gemeinsamen Tonfall entwickeln. Den findet man nicht von einem Tag auf den anderen vor der Kamera. Wir nutzen also alle kommunikativen Mittel, die es gibt, um uns derzeit besser kennen zu lernen. Wir telefonieren viel, treffen uns abends auch einfach mal so in einem Restaurant. Es ist wichtig, dass man den Zungenschlag des anderen draufhat. Die Art, wie der Partner denkt. Ziel ist immer, dass man vor der Kamera so eine Art Pingpong hinbekommt. Dieses lockere Zuspielen der Bälle.
teleschau: Eine Sendung samt ihrer Bonmots und ausformulierten Ideen zu einem Buch detailliert vorzubereiten, kann aber auch leicht in Hose gehen - man muss den Partner doch auch durch überraschende Momente inspirieren können ...
Mangold: Sicher, eine Moderation wie vom Teleprompter wäre für eine solche Sendung, die ja von der Lebendigkeit der Vorstellung lebt, sicher tödlich. Das kann auch nicht die Idee eines Austausches über Literatur sein. Amelie Fried und ich sind jedoch beide von Haus aus muntere Freisprecher. Deshalb glaube ich, dass von dieser Seite wenig Gefahr droht.
teleschau: Wie viele Bücher werden Sie pro Sendung vorstellen?
Mangold: Ich denke, wir werden so auf sieben bis neun kommen. Das klingt nach sehr viel für 30 Minuten
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