Hendrik Borgmann: Der McDreamy vom "Marienhof"

"Es wird viel passieren, nichts bleibt mehr gleich ..." Am 23. Juni nimmt die ARD-Daily-Soap "Marienhof" den Text ihrer Titelmelodie besonders wörtlich und startet mit einem großen Knall einen Relaunch der Serie. Eine Explosion verwandelt viele der bisherigen Schauplätze in Schutt und Asche, doch die Katastrophe bringt auch neue Akteure mit ins Spiel. Einer von ihnen ist Hendrik Borgmann. Er übernimmt die Rolle des Arztes Nicolas Stein, der nach der Explosion Verletzte versorgt. Sein dramatischer Auftritt als Lebensretter ist der aufregende Anfang einer romantischen Liebesgeschichte. Große Gefühle um einen Gott in Weiß - das erinnert stark an Patrick Dempseys Rolle als Doktor "McDreamy" in "Grey's Anatomy", eine von Hendrik Borgmanns Lieblingsserien. Echten Soap-Fans wird der 30-Jährige übrigens bekannt vorkommen. Vor neun Jahren spielte er in der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

teleschau: Warum wollten Sie nach vielen Jahren Pause wieder bei einer Daily-Soap mitspielen?

Hendrik Borgmann: Das war eine Bauchentscheidung. Ich führte viele gute Gespräche mit den Produzenten und hatte dann das Gefühl, dass mir die Arbeit Spaß machen könnte.

teleschau: Sie spielen einen Arzt. Wie bereiteten Sie sich auf die Rolle vor?

Borgmann: Ich bekam eine medizinische Einweisung von einem Experten. Desweiteren komme ich aus einer Ärzte- und Apothekerfamilie. Mein großer Bruder ist Chirurg, mit ihm konnte ich mich diverse Male besprechen.

teleschau: Könnten Sie sich einen medizinischen Beruf auch im wirklichen Leben vorstellen?

Borgmann: Meine Mutter wünschte sich sehr, dass ich Arzt werde. (lacht) Aber ich entschied mich nach der Schule direkt für die Schauspielerei.

teleschau: Wie kamen Sie dazu?

Borgmann: Nach dem Abitur hatte ich ehrlich gesagt keinen Plan vom Leben. (lacht) Ich war mir nur sicher, dass ich nicht studieren wollte. Durch eine Modelagentur wurde ich dann ziemlich schnell für meine erste Rolle gecastet ("Mallorca - Suche nach dem Paradies", 1999, d. Red.), und ein halbes Jahr später war ich schon bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

teleschau: Werden Sie noch von "GZSZ"-Fans auf der Straße erkannt?

Borgmann: Ja, auf jeden Fall. Aber zum Glück müssen die meisten erst nachdenken, woher sie mich kennen. Bis sie dann darauf kommen, bin ich schon weitergegangen. (lacht) Früher war das viel extremer. Zu der Zeit, in der ich mitspielte, sahen zwischen fünf und sechs Millionen Zuschauer die Serie. Manchmal hatte ich das Gefühl, jeder Zweite erkennt mich und will Fotos machen, Autogramme haben oder mich anpöbeln.

teleschau: Damals strebten einige Soap-Stars auch eine Musikkarriere an. Kam das für Sie je in Frage?

Borgmann: Ich kann nicht singen, zumindest nicht gut genug. Natürlich ist es toll, wenn man wie Sting auf der Bühne stehen und Hallen füllen kann. Die eigene Musik zum Besten geben und direktes Feedback vom Publikum bekommen - das ist bestimmt ein super Beruf. Aber mich hat er nie interessiert.

teleschau: Sie lernten in den letzten Jahren viele verschiedene TV-Genres kennen. Was hat Sie besonders gereizt?

Borgmann: Das Besondere an Daily-Soaps ist natürlich die Geschwindigkeit. Es ist immer wieder eine Motivation, möglichst schnell möglichst gut zu arbeiten. Bei Spielfilmen ist mehr Raum, eine Szene detailliert zu entwickeln und zu proben, dafür gibt es oft sehr lange Wartezeiten

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