Grundsätzlich bin ich total offen. Solche Geschichten haben eine gewisse Relevanz, was für mich als politischer und gesellschaftskritischer Mensch schon wichtig ist. An die Realität kommt halt auch die beste Fiktion nicht ran. Glauben Sie mir: Wenn man über wahre Schicksale berichtet, geht das sehr, sehr nahe - näher als jede Filmrolle.

teleschau: Sie werden immer wieder in Kriminalfilmen besetzt, in der ZDF-Reihe "Der letzte Zeuge" spielten Sie neben Ulrich Mühe sehr überzeugend die Rolle einer Gerichtsmedizinerin ... Ist der Krimi Ihr Genre?

Cukrowski: Ich fühle mich gut aufgehoben in solchen Rollen, habe Glück, dass ich in dieses Genre reinpasse - aber wir haben hier in Deutschland schon auch das Problem, dass fast nur Krimis produziert werden. Oder Schmonzetten. Dazwischen gibt es fast nichts. Wahnsinnig schade. Ich wünschte, wir Schauspieler dürften mehr Genres bedienen.

teleschau: Vor zwei Jahren waren Sie in "Annas Alptraum kurz nach 6" mal in einer Komödienhauptrolle zu sehen ...

Cukrowski: Ich mochte diese Arbeit sehr. Aber leider entsprach die Geschichte nicht den Sehgewohnheiten der Zuschauer, sodass der Film vom Publikum nicht angenommen wurde.

teleschau: Sie drehten soeben in Holland den ARD-Film "Tulpen aus Amsterdam". Hört sich kitschiger an, als es ist, oder?

Cukrowski: Richtig, man sollte sich vom Titel nicht irreführen lassen. Es ist eine schöne Familiengeschichte, die der Realität sehr nahe steht. Chiara Schoras spielt meine Schwester, die eine Behinderung hat, die Mutter starb vor ein paar Jahren bei einem Autounfall ... Die Figuren haben Konflikte auszufechten, die den meisten Menschen nicht fremd sind. Es geht um Verantwortung, Wendepunkte, Entscheidungen ...

teleschau: Das fiktionale Fernsehen kümmert sich in den letzten Jahren auffällig stark um die Generation der um-die-40-Jährigen.

Cukrowski: Das ist doch schön. Ein Glück, dass ich im Moment gut reinpasse.

teleschau: Hat das damit zu tun, dass wir gerade so viele tolle Schauspieler in dieser Altersgruppe haben?

Cukrowski: Überhaupt nicht. Die Schauspieler stehen weit hinten bei den Überlegungen. Für die Sender geht es einzig und allein um die Zielgruppe. Sie erhoffen sich im Moment mit dieser Art von Fernsehfilm die besten Quoten.

teleschau: Sehen Sie eigentlich selbst fern?

Cukrowski: Gerne. Aber eine gewisse Krimi-Übersättigung kann ich auch aus Zuschauersicht nicht leugnen.

teleschau: Sind Sie noch in dem gemeinnützigen Verein "Sternipark" engagiert?

Cukrowski: Mehr denn je

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