Und ewig lockt die Stone: "Sex & Crime": In den ZDF-"Sommernachtsphantasien" geht's heiß her

Klar, Sex sells. Aber einfach nur um "das Eine" geht es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dann doch nie. Wird auch noch so dezidiert der schönsten (Neben?-)Sache der Welt gefröhnt, es braucht ein Motto, eine Kernaussage, wenn nicht eine handfeste Botschaft, die den offen dargestellten Austausch von Körperflüssigkeiten auf eine halbwegs intellektuelle Ebene zerrt. Man macht schließlich kein bumsfideles Unterschichtenfernsehen, sondern "safer sex", was fernsehtechnisch gesehen heißt: ganz weit weg von Porno. Ungeschützt erotisch wird es selbst im finstersten Sommerloch nicht, wo im ZDF im nunmehr 17. Jahr erotische Spielfilme unter dem Titel "Sommernachtsphantasien" an den Mann und wohl recht vereinzelt auch an die Frau gebracht werden. Die abermals gut bestückte Reihe lockt am Montag, 6. Juli, 22.15 Uhr, mit dem kanadischen Festivalfilm "Wahre Lügen" (2005) und dann mit Sharon Stone im "Basic Instinct"-Doppelpack.

"Die Lust der Frauen" lautete im vergangenen Jahr das Motto, das die Programmverantwortlichen den Filmen der Reihe vorab überzogen. Emanzipation, Entdeckung und Befreiung der weiblichen Sexualität, gar manische weibliche Sexsucht .... - Ein spannendes Themenfeld, aber das moralische Präservativ erwies sich in manch künstlerisch wertvollen, aber wenig anmachenden Momenten wie etwa bei "Lady Chatterley" (nackte Wald- und Wiesentänzer im Sommerregen!) mitunter als ganz schön Lust tötend. Der erotische Film als testosteronfreie Zone? Geht halt gar nicht.

Nachdem 2008 also gewissermaßen die "Emanzipation in der Horizontalen" abgefeiert wurde, geht es nun weniger tiefsinnig chiffriert um "Sex & Crime". Auch wenn das zwei Wörter sind, hier dreht sich alles nur ums: Flachlegen - in erotischer wie kriminalistischer Sicht. Also ums Beischlafen und Morden. Um Promiskuität und ihre zumeist verheerenden Folgen und um die körperliche Liebe und was Menschen alles zu tun bereit sind, um sie zu bekommen, also: um andere Menschen flachzulegen.

"Sex & Crime ist eine starke Mischung, das wussten schon die alten Griechen. Wenn man so will, ist Sophokles' 'Ödipus' eines der ersten großen Erotikdramen der Theaterbühne." So was schreibt doch nur eine Frau? Richtig. Doris Schrenner vom ZDF-Programmbereich Spielfilm holt ganz schön weit aus, um die ja eigentlich nicht wirklich expliziten, geschweige denn irgendwie anstößigen oder harten erotischen Filme im ZDF zu verteidigen. "Setzten nicht Aristophanes' Heldin 'Lysistrata' und ihre entschlossenen Mitstreiterinnen Sex als Waffe gegen weitere Kriegsverbrechen äußerst überzeugend ein? Ganz zu schweigen vom ebenso schönen wie skrupellosen Paris, der einen blutigen Krieg vom Zaun brach, um mit der hinreißenden Ehebrecherin Helena durch die Betten zu toben ..."

Nun ja. Die alten Griechen wussten's halt auch schon. Aber lieber blicken wir doch in die Betten Hollywoods. Basierend auf Rupert Holmes' Roman "Where the truth lies" stellt Atom Egoyan in "Wahre Lügen" das glamouröse Leben zweier Filmstars der 50er-Jahre vor. Das des schlagfertigen Amerikaners Lanny (Kevin Bacon) und des wohlerzogenen Briten Vince (Colin Firth). Egoyan deutet hier und da einen Blick hinter die fröhlich-freche Kulisse an und kann sich auf das Charisma seiner beiden Stars verlassen. Sie haben alles, und vor allem haben sie Sex. Zum Beispiel beide zusammen mit einem Zimmermädchen, das am nächsten Morgen tot aufgefunden wird. Die junge Journalistin Karen (Alison Lohman) wird gegen ihren Willen in den Fall hineingezogen und - nicht so sehr gegen ihren Willen - auch ins Bett

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