teleschau: Die Filme produzieren Sie mit Ihrer eigenen Firma ...

Peterfalvi: Genau, es ist aber eher ein kleines Büro. Weil die Art, wie wir arbeiten, sehr untypisch ist fürs Fernsehen: Wir drehen extrem viel und sitzen sehr lange am Schneidetisch. Die Firma erlaubt uns auch, ein sehr gut eingespieltes Team zu haben, diesen Kern zu schützen. Ich möchte keine industrielle Sendung daraus machen. Das heißt, wir suchen uns in Ruhe Themen, Menschen, interessante Dinge. Das ist ein bisschen ungewöhnlich für eine Sendung ... so macht man eher Wein.

teleschau: Vielleicht eine eher französische Einstellung?

Peterfalvi: Das kann sein. Die Bänder werden erst serviert, wenn sie die nötige Reife erreicht haben. Dass der SR und der WDR da mitmachen, finde ich großartig!

teleschau: Inwiefern hat Deutschland auf Sie abgefärbt?

Peterfalvi: Was ich nie gedacht hätte: Ich plane zum Beispiel. Deutschland strukturiert mich. Das ist ein sehr angenehmes Gefühl. Ich bin eher gut in spontanen Dingen ... Manchmal denke ich, dass ich mir das unbewusst geholt habe, dass ich deshalb nach Deutschland kam.

teleschau: Bewusst kamen Sie zum Ersatzdienst hierher.

Peterfalvi: Heute gibt es ja keine Wehrpflicht mehr in Frankreich, aber damals schon. Und schon als Kind wollte ich bei Fernsehen und Radio arbeiten. Aber meine Mutter sagte: "Du musst etwas Vernünftiges studieren". Nebenbei machte ich aber immer Praktika - so landete ich bei Canal Plus, dem Pay-TV-Sender von Frankreich. Als Canal Plus Deutschland - sprich Premiere - aufgebaut wurde, boten sie mir an, anstelle des Militärdienstes dort zu arbeiten - bei einer französischen Firma im Ausland. Das gilt als Hilfe für den Export und damit als Ersatzdienst. Das war am Anfang sehr schwierig. Ich hatte ein kleines Büro, nichts zu tun und konnte kein Deutsch. Die ersten drei Monate waren schrecklich. Was mich gerettet hat: Ich wusste, es gibt kein Zurück, bis die 16 Monate um sind. Weil es dann aber gut lief, wurde mir später eine Festanstellung angeboten.

teleschau: Kennen Sie eigentlich Ihre Landsmännin Nathalie Licard?

Peterfalvi: Als ich zum ersten Mal bei Harald Schmidt zu Gast war, empfing sie mich: "Hallo, ich bin hier die Französin." Wir verstanden uns schnell und wurden gute Freunde. Als mein Sohn zum Beispiel eingeschult werden sollte, wussten meine Frau und ich nicht so recht: deutsche oder französische Schule hier in Hamburg? Wir dachten eher an eine deutsche

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