"Dr. Bus" außer Haus: Im WDR-Fernsehen rollen (immer dienstags, 21.00 Uhr) die "Ärzte auf Rädern"

Was fällt einem beim Thema Gesundheitssystem überhaupt noch ein? Das Wort "Zweiklassenmedinzin" zum Beispiel. Oder: immer mehr Geld für immer weniger Leistung. Auch streikende Mediziner, die mit Leistungskürzungen drohen. Und natürlich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ... Dem WDR fiel aber doch noch etwas Neues ein: die Fernsehsendung "Ärzte auf Rädern" (dienstags, 21.00 Uhr, WDR-Fernsehen) bringt ganz unbürokratisch zusammen, was zusammengehört: Ärzte und Menschen mit ihren kleinen Wehwehchen und Krankheiten. Amerika hat "Dr. House", wir haben jetzt "Dr. Bus".

Das Team um Allgemeinarzt und Somnologe Dr. med. Michael Feld, Assistenzärztin Bich Nguyen und Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin Ines Altfeld tauschte die Praxis gegen einen orangefarbenen Bus mit professionellem Equipment und zog aus mit der Mission, Nordrhein-Westfalen ein klein wenig gesünder zu machen. "DocDrive statt McDrive", witzelt Dr. Feld, über den WDR-Programmgruppenleiter Wissenschaft Tomas Hallet sagt: "Einen wie ihn hätte man gerne als Hausarzt: Sehr menschlich und dabei doch fachlich gut - beides macht ihn vertrauenswürdig."

Der ideale Arzt mit Charme, Zeit und mobiler Praxis ... - Das klingt nach einem schon nicht mehr für möglich gehaltenen Versorgungsidyll. "Wir warten nicht, bis die Patienten eine Praxis aufsuchen, sondern kommen ihnen zuvor: Präventivmedizin mobil", beschreibt es Dr. Michael Feld in einem Beitrag für das "Deutsche Ärzteblatt". Aber Kassenärzte müssen sich nicht sorgen, denn, das betont Feld vorsorglich auch, die Sendung verstehe sich mitnichten "als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur Alltagsarbeit des niedergelassenen Arztes".

Die mit kurzen Einspielern angereicherte Kreuzung aus realer Visite, Dokusoap, Coachingsendung und Gesundheitsratgeber, soll sensibilisieren und bilden, der Fokus liegt auf der allgemeinen Aufklärung. Das hat die Auftaktfolge, in der sich Kölner Kleingärtner einem Blutzucker-Check unterzogen, deutlich gemacht. Dr. Feld untermauert: "Mich hat das Aufklärerische gereizt, und dass wir hier gezielt auf Menschen in ihren Alltagssituationen zugehen. Auf Menschen, die eigentlich noch gar nicht wissen, dass sie etwas haben. Dabei ist die Früherkennung von Krankheiten von großem Belang - für den Einzelnen ebenso wie für die Volkswirtschaft." In der ersten Sendung stellte er bei zwei von 16 untersuchten Mitgliedern des Vereins "Kletterrose" fest, dass sie an einer Diabetes-Vorstufe litten. Seine Empfehlung: "ganz dringend eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung".

Weil es normalerweise selten mit einem einzigen Arztbesuch getan ist, kommt auch Dr. Feld mit seinem Team mehrfach zur Kundschaft. Der lustige Kölner Kleingärtner-Trupp etwa muss (per Bauchvermessung) nachweisen, ob man sich an die Ernährungsvorgaben hielt. Denn, Pflicht in einem Reality-Format, es gibt ein Ziel: In vier Wochen sollen die Protagonisten ihre Werte verbessern und gesünder werden. Damit das gelingt, lässt das Gesundheits-Team die Kandidaten beim Sport schwitzen, gibt Tipps und verordnet individuelle Therapien

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