"Date Movie" - Verabredung zum Abgewöhnen

Das ging wohl nach hinten los: Mit "Date Movie" kam Anfang Juni 2006 eine Farce in die Kinos, die mit spaßiger Leichtigkeit vorführen sollte, wie blöd große Kinoromanzen eigentlich sind. Dabei bemerkte der Zuschauer nur allzu schnell, dass er an diesem Abend selbst nicht die beste Film-Entscheidung getroffen hat. Die als Parodie beworbene Komödie, die nur wenige in die Lichtspielhäuser lockte und nun Free-TV-Premiere bei ProSieben feiert, entsetzt mit erschreckender Dummheit, die fernab jeglicher Komik nur Kopfschütteln hervorruft.

Es geht um Julia Jones (Alyson Hannigan, "American Pie", "How I Met Your Mother"), ein hässliches, dickes Mädchen, das nach einer buchstäblichen Frischzellenkur auf ihren Traumprinzen angesetzt wird, sinnigerweise in einer brutalen Version des "Bachelor"-Formats. Nun albert sich das glückliche Pärchen durch die Welt, verprügelt Obdachlose und - ja, nichts weiter. Wer glaubt, hier einer Handlung folgen zu können, der irrt.

Ähnlich wie in den "Scary Movie"-Filmen, doch mit dem Ehrgeiz, einen quantitativen Rekord aufzustellen, wildert "Date Movie" im Fundus der romantischen Filmklassiker. Zahlenmäßig kommt Regisseur Aaron Seltzer dadurch beinahe an den Rekordhalter "Nicht noch ein Teenie-Film" von 2001 heran, doch handwerklich bleibt er Längen dahinter zurück. Zu erkennen sind (ohne Ausnahme) alberne Reminiszenzen an Filme wie "Mr. & Mrs. Smith", "Pretty Woman", "Was Frauen wollen", "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich", "My Big Fat Greek Wedding", "Hitch - Der Date Doktor", "Schlaflos in Seattle", "Harry und Sally", "Die Hochzeitscrasher". Sogar "King Kong", "Kill Bill", "Herr der Ringe" und die MTV-Autoschraubershow "Pimp My Ride" dienten als Inspiration.

Die Stunts sind derart schlampig inszeniert, dass nicht einmal darauf geachtet wurde, dass die hellhäutige Alyson Hannigan in einer Szene von einem dunkelhäutigen Double vertreten wird. Es wäre zu einfach, diesen Film schlecht zu nennen oder überflüssig oder reif für die Rundablage. Ohne Frage: Aaron Seltzer lieferte ein horribles Regiedebüt ab, die Darsteller sind nicht nur untalentiert, sondern auch fehlbesetzt und hatten ganz offensichtlich keine Lust an dem, zu was sie vertraglich verpflichtet waren.

Nach dem "Date Movie" schuf Seltzer, Ko-Autor von "Scary Movie", noch das "Fantastic Movie" (im Anschluss um 21.50 Uhr bei ProSieben), "Meine Frau, die Spartaner und ich" sowie das "Disaster Movie". Insgesamt kam er so auf 15 Nominierungen für den Negativ-Preis "Goldene Himbeere". Carmen Electra ging jedes Mal als "schlechteste Nebendarstellerin" ins Rennen. 2007 konnte sie die Auszeichnung "gewinnen".
Ausstrahlung am 05.07.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben

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Autor: Franziska Kramer/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Epsilon Motion Pictures

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