Im Film wird das am Schicksal der einfachen Hebamme Rosa Koelbl anschaulich gemacht. Koelbl gerät zwischen die Mühlsteine der Schulmedizin und des Gesetzes, als sie sich gegen die nach ihrer Erfahrung voreiligen Eingriffe der Ärzte verweht.
In den klösterlichen Gemächern, die im Film als Gebärstation und Kreißsaal dienen, lagern in allerlei Vitrinen Instrumente und Modelle weiblicher Innenseiten samt Embryo, die einem das Fürchten lehren können im Hinblick auf eine glücklicherweise nunmehr vergangene Geburtschirurgenwelt.
Unsichtbar aber bleiben die vielfachen Verursacher des Kindbettfiebers, die Bakterien, die teils durch ärztliches Unwissen grassierten (operiert wurde damals noch ohne hinreichende Desinfektion und ohne Arztkittel), teils durch kirchlich veranlasste Verordnungen, wie der Nottaufe mittels "Taufspritze" eines vom Sterben bedrohten Ungeborenen im Mutterleib.
Kein leichtes Thema also, das sich da das ZDF und die "Roxy Film" mitsamt dem Drehbuchautor Peter Probst und der Regisseurin Dagmar Hirtz zugetraut haben. Kein leichter Freitagabendstoff, wie Dagmar Hirtz betont. Von der tollen Besetzung und vor allem vom Drehort, dem für einen historischen Film wie geschaffenen ehemaligen Zisterzienserkloster Raitenhaslach bei Burghausen, ist Dagmar Hirtz beglückt. Es werde ein "dunkler Film", sagt Hirtz. "In den Innenräumen gab es ja damals noch keine Elektrizität." Aber es werde auch kein Kostüm- kein historisierender Film - "keine Jane Austen", erklärt Hirtz.
Wenn alles glückt, so ahnt man, werden in diesem Drei-Millionen-Projekt (bayerische, österreichische und Tiroler Filmförderung sind beteiligt) Probleme von gestern auf verständliche und hoffentlich auch spannende Weise in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts verlängert. Männliche Chirurgenmechanik gegen weibliche Intuition. Das mag vereinfachend sein, aber das Zeug zum Drama hat das allemal.
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Autor: Wilfried Geldner/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Roxy Film
Spöttel Picture
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