Black Eyed Peas: "Diese Zeit jetzt ist die beste!"
"Boom Boom Pow" - schon ihre Vorabsingle kündigte es wie ein Paukenschlag an: Vier lange Jahre nach ihrem bisher erfolgreichsten Werk "Monkey Business" kehren die Black Eyed Peas mit "The E.N.D." zurück - und klingen so elektronisch wie nie. Aber in vier Jahren kann sich eben viel verändern, das wissen auch Will.I.Am und apl.de.ap, die vor ihrem Auftritt bei "Schlag den Raab" im Kölner Luxushotel Hyatt logieren, vor dem sie einen typischen Promo-Tag absolvieren, ein Interview nach dem anderen geben müssen. Entsprechend müde wirkt apl.de.ap, er sagt nicht so viel und entspannt lieber eine Runde. Dafür ist Bandkopf Will.I.Am, einer der wichtigsten HipHop- und R&B-Produzenten unserer Zeit, umso enthusiastischer: Mit Begeisterung erzählt er, warum seine Band ihren Sound verändert hat, wieso die Anfang-Zwanzigjährigen die Macht haben und dass "The E.N.D." nicht das Ende, sondern einen neuen Anfang bedeutet. Eine der wichtigsten Inspirationsquellen für das neue Black-Eyed-Peas-Album ist - das Internet.
teleschau: Das Video zur neuen Single "Boom Boom Pow" wirkt fast wie Kanye West mit einer verrückten Frisur. Wieso seid Ihr plötzlich so elektronisch?
Will.I.Am: Wir wollen die Beats zurückbrin

gen! Wir wollen unsere Musik ganz bewusst verändern. Sie soll unseren aktuellen Lifestyle widerspiegeln. Wir sind in der letzten Zeit viel ausgegangen und haben sehr viel Elektro und Dance gehört, Boys Noize, David Guetta, Kanye West. Wir haben versucht, dieses energetische Gefühl, das man hat, wenn man elektronische Beats hört, auf die Platte zu bringen. So nach dem Motto: "Boom! Verdammt, ich glaube, es ist gerade 1992!" (lacht) In diesem Gefühl steckt so viel Enthusiasmus! Und genau den Enthusiasmus haben wir versucht, auf unsere Musik zu übertragen. Wir hoffen, dass man das spürt, wenn man "The E.N.D." zum ersten Mal einlegt.
teleschau: Gab es Momente, in denen Ihr Bedenken hattet, dass Ihr Eure Fans verschrecken könntet, die lieber die "guten, alten" Black Eyed Peas wieder hätten?

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Will.I.Am: Solche Vorwürfe bekommen wir ja ständig: "Oh, ihr klingt nicht mehr nach eurem ersten Album!"
apl.de.ap: Oder so was wie: "Wieso habt ihr Fergie aufgenommen?"
Will.I.Am: (lacht) Genau. Nein, darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir nehmen die Musik auf, auf die wir Bock haben.
teleschau: Hat man, wenn man wie Ihr zu den erfolgreichsten HipHop-Acts überhaupt gehört, eigentlich noch Erwartungen? Denkt Ihr manchmal, die Platte könnte vielleicht auch ein Flop werden?
Will.I.Am: (überlegt) Ja. Und nein. Ich mache mir keine Sorgen um die Black Eyed Peas als einzelne Band. Aber ich mache mir große Sorgen um die gesamte Musikindustrie. Ich weiß nicht, ob ihr in Deutschland das gleiche Problem habt, aber in Amerika gibt es keine Plattenläden mehr. Die sind ei

nfach alle verschwunden. Vor fünf Jahren, als wir Monkey Business veröffentlichten, gab es die großen Megastores noch. Virgin, HMV, Tower Records. Das waren riesengroße Plattenläden! Die sind alle weg. Also: Haben wir Angst davor, keine Platten zu verkaufen? Ja. Werden wir auf Tour gehen? Auf jeden Fall. Werden wir Merchandise verkaufen? Ja. Haben wir ziemlich viel Geld verdient, als wir Millionen physikalische Tonträger verkauft haben? Ja! Aber auch nicht mehr, als wir mit Tourneen verdient haben.
teleschau: In dieser Zeit, in der kaum noch Platten verkauft werden, ist der direkte Draht zwischen Künstler und Fans wohl wichtiger denn je. Viele Bands halten deswegen über das Internet und Plattformen wie Myspace Kontakt zu ihren Fans
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