teleschau: Wann hattest Du das Gefühl, die Lage unter Kontrolle zu haben, ein guter Manager zu sein?
Läsker: Das selbst verliehene Diplom hatte ich nach der Veröffentlichung von "Sie ist weg", um 1995 oder '96 herum. Da wurde innerhalb eines kurzen Zeitraums so viel in mich reingeprügelt und musste ich so viel geben. Plötzlich mussten wir über irgendwelche wahnwitzigen Major-Kooperationen entscheiden und riesige Marketing-Deals anleiern und Dinge oft sehr schnell aus dem Bauch heraus entscheiden. Ich traf da oft ins Schwarze - und hatte schon den Eindruck, es insgesamt richtig zu machen.
teleschau: Als "DSDS"-Juror der vorletzten Staffel hast Du schon einmal ins Rampenlicht gewechselt, warst plötzlich einer, der auf der Straße erkannt wurde. Wie bist Du damit umgegangen?
Läsker: Es war für mich nicht wahnsinnig neu, weil ich schon in den 80er-Jahren meine ersten Autogramme als DJ gab. Und auch als Manager der Fantas hatte ich schon eine gewisse Popularität. Die Qualität war aber natürlich eine ganz andere, die Nachwirkungen spüre ich immer noch. Auch heute werde ich noch auf der Straße angesprochen. Ich hatte aber einfach Lust, diese Erfahrung zu machen. Nach 20 Jahren im Geschäft war das einfach eine wahnsinnige Chance: RTL und so eine Produktion von innen zu sehen, aber auch mich selbst von außen, das verändert Perspektiven. Es lohnte sich also in jeder Hinsicht. Um nur eine von vielen Erfahrungen zu nennen: Ich kann mich vor ein Millionen-TV-Publikum in ein Studio setzen, ohne in den Frack zu kacken.
teleschau: Wie viel Häme musstest Du einstecken? Es ist nicht die kredibelste Sendung ...
Läsker: Es ist überhaupt keine kredible Sendung! Es ist eine absolute Boulevardsendung, bei der es zufällig um Musik geht. Aber genau deshalb interessierte mich das. Mich stundenlang mit der Spex zu unterhalten, das kannte ich schon. Häme kam im übrigen keine, im Gegenteil. Ich habe sehr viele positive Reaktionen bekommen, was aber vielleicht auch daran lag, dass ich gleich sagte, dass ich mich nicht verstellen würde. Deswegen kam ich auch mit Dieter Bohlen klar. Da verlierst du, wenn du dich verstellst, wenn du dich vor ihm irgendwie verbiegst. Das machen viele falsch. Wir haben uns sehr gut vertragen, ich kann nichts Böses über ihn sagen! Der hat ein ordentliches Rad ab, aber ist absolut authentisch. Und so ähnlich verhält sich das bei mir auch ...
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Autor: Jochen Overbeck/teleschau - der mediendienst
Bilder:
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