"American Pie 3 - Jetzt wird geheiratet" - Erwachsen ist anders
Es ist beruhigend, dass sich einige Dinge in der kleinen Welt Hollywoods nie ändern werden. Zum Beispiel die Gedanken, die sich Drehbuchschreiber so machen. Wie gelingt es, auch den dritten Teil eines Filmes noch zum Kassenschlager zu machen? "American Pie 3 - Jetzt wird geheiratet" (2003), den vox nun erneut zeigt, gibt auf diese Frage eine ehrliche Antwort: Erfolg hat ein Sequel dann, wenn es seinen Prinzipien treu bleibt. In diesem Fall bedeutet das: Die Figuren mögen älter geworden sein, die Rahmenhandlung mag seriöser erscheinen - das Niveau bleibt aber da, wo es in den ersten beiden Teilen wuchs und gedieh: tief im Keller.
Dafür bürgt schon die Hauptfigur. Jim Levenstein (Jason Biggs) heiratet endlich seine Michelle (Alyson Hannigan). Aus dem Jungen, der einst sein Geschlechtsteil in einen warmen Apfelkuchen steckte und

damit der Filmreihe ihren Namen gab, ist also ein erwachsener Mann geworden. Diese vielversprechende und angenehm körperflüssigkeitslose Ausgangsposition hält ganze zweieinhalb Minuten. Dann gibt's den ersten Sex-Witz. Ein Blowjob unterm Restauranttisch, der vom Vater des Bräutigams (Eugene Levy) rüde unterbrochen wird. Ab diesem Moment ist klar: Vielleicht wird bei "American Pie" geheiratet, weitergeblödelt wird aber immer noch.
Zumindest gilt das für Jims Kumpel Stiftler (Seann William Scott). Routiniert zerstört er bei den Hochzeitsvorbereitungen alles, was zerstört werden kann, und hat auch selbst einiges zu ertragen: Zunächst nimmt er die Exkremente eines Hundes zu sich. Im weiteren Verlauf legt er in einer Wäschekammer die 80-jährige Oma des Bräutigams flach - aus Versehen

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Die übrigen Szenen, die den recht dünn gesponnenen Handlungsfaden zusammenhalten müssen, sind von ähnlicher Natur. Doch zwischen all diesem kaum überraschenden Teen-Kram verbergen sich einige großartig inszenierte Humor-Momente, die die Klasse von Regisseur Jesse Dylan demonstrieren. Sein Gespür für gutes Timing, für die richtige Pointe zum richtigen Zeitpunkt ist phänomenal und macht gerade bei dem Drehbuch-schwachen "American Pie 3" einen Großteil des Reizes aus. Kaum zu glauben, dass der Sohn von Bob Dylan mit der Kiffer-Klamotte "How High" erst einen Film zuvor inszenierte.
Auf die "American Pie"-Hochzeit folgten mittlerweile drei weitere Produktionen, die es allerdings nicht mehr auf die große Leinwand geschafft haben. Ein neuer DVD-"Apfelkuchen" wird derzeit gebacken. Mit dabei: Übervater und Möchtegern-Daddy-Cool Eugene Levy, der sicher wieder einige Ratschläge geben kann. Denn in "American Pie: Book of Love" versuchen drei männliche Jungfrauen mit allen Mitteln, ihre Unschuld zu verlieren.
Ausstrahlung am 09.07.2009 um 20:15 Uhr auf vox
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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
vox / Universal Studios / JM
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