Ulrike Folkerts: Der verdiente Lohn

"Mein Job ist Schauspielerin und nicht 'Tatort'-Kommissarin." Das sagt Ulrike Folkerts seit jeher. Doch erst in den vergangenen Jahren hatte sie Gelegenheit, das zu belegen. Natürlich ist sie Lena Odenthal, seit 20 Jahren genau. Als SWR-Ermittlerin kennt sie ein ganzes Land. Und doch, so zeigt sich nun, gelingt es der 48-jährigen Schauspielerin, in anderen Rollen gänzlich neu und unbelastet zu erscheinen. Zu verdanken hat sie das nicht nur ihrer Klasse.

Als 1989 der erste "Tatort" mit ihr ausgestrahlt wurde, sie war 27 Jahre alt, kam das einer Sensation gleich. Der Krimi war im Fernsehen eine Männerdomäne. Sie aber eroberte als kühle Kommissarin Lena Odenthal gemeinsam mit ihrem Kollegen Kopper (Andreas Hoppe) die Herzen der Zuschauer. Anders als andere weibliche Kommissarinnen kommt Lena Odenthal ohne nennenswertes Privatleben aus. In ihren Krimis regiert der Fall, der meist einem starken Thema unterworfen wird. Sie selbst gliedert sich ein in die Geschichte. Lena Odenthal - das ist nicht die mit den Depressionen, nicht die mit dem ramponierten Privatleben, nicht die mit dem Kind.

Für Ulrike Folkerts stellt sich der Verzicht auf diese oft so bemüht wirkende Rahmenhandlung als Vorteil heraus. Lena Odenthal verbraucht sich nicht. Und Gleiches gilt für die in Kassel geborene Schauspielerin, die ihre Karriere 1987 unter der Regie von Ralf Huettner ("Das Mädchen mit dem Feuerzeug") begann.

"Ich bin eine Insel" hieß einer der vielen TV-Filme, in denen sie zuletzt spielte: eine traumatisierte Lehrerin, die auf ein zehnjähriges Mädchen trifft und eine Art Freundschaft schließt. "Keine Pistole, keine Polizei, keine Verbrecherjagd", hatte sich Ulrike Folkerts von ihrem Haussender, dem SWR, lediglich gewünscht, und der war ihr endlich entgegengekommen.

Es sind nicht die Zuschauer, die die Folkerts festlegen, es war lange Zeit die Branche selbst. Sie versuchte gegenzusteuern. "Natürlich ist die Branche ein Stück weit unmutig. Man signalisiert mir, wer so oft und so lange 'Tatort' macht, wird so stark identifiziert mit seiner Rolle, dass es schwierig wird, andere gute Rollen zu kriegen. Aber das kann und will ich nicht akzeptieren."

Sat.1 hörte da auch genau hin ... und ließ sie gar schwanger werden. In der flotten Komödie "Liebe in anderen Umständen" (Di., 13.10., 20.15 Uhr) bricht der Regisseur Hansjörg Thurn mit dem gängigen Folkerts-Bild der burschikosen Polizistin. Hinzu kamen zuletzt der starke Soldatenheimkehrer-Film "Willkommen zu Hause" (ARD / SWR) oder auch der ZDF-Dreiteiler "Die Rebellin".

Kein Grund mehr also für die Schauspielerin, mit dem "Tatort" zu hadern, wie sie es in früheren Zeiten einmal tat. Doch "heute ist es einfach so etwas wie mein Baby". Ulrike Folkerts engagiert sich bei der Auswahl von Themen, kritisiert auch mal öffentlich die Qualität der Drehbücher, doch an ein Aufhören denkt sie dem eigenen Bekunden nach nicht. Zwei weitere Fälle, darunter der 50., sind abgedreht

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