Sat.1 nimmt den Bart ab: "Lenßen & Partner" und "K 11 - Kommissare im Einsatz" werden ausgemustert

Eigentlich gilt ja auch im Fernsehen die eiserne Regel, dass man eine eingespielte Mannschaft niemals auswechseln darf. Doch Sat.1-Boss Guido Bolten schlägt die alte Fußballer-Weisheit in den Wind und zeigt seinem Vorabend-Stürmer Ingo Lenßen die rote Karte. Weil ab Montag, 16. November, mit "Eine für keine" eine zweite Telenovela - neben der lange glücklosen "Anna um die Liebe" - um die Gunst der Zuschauer buhlt, fliegt der markige Schnauzbartträger aus dem Team. Bereits vorgewarnt sind die Berliner Großstadtcops von "K 11 - Kommissare im Einsatz". Ihnen will Sat.1 noch bis Jahresende eine Gnadenfrist einräumen. Danach müssen auch sie vom Platz.

Dass mit Formaten wie den Anwaltsermittlungen von Schnauzbartträger Ingo Lenßen oder der bemüht zugespitzen Polizeiarbeit von "K 11 - Kommissare im Einsatz" keine Fernsehlorbeeren zu gewinnen sind, war den Sat.1-Oberen klar. Gut möglich, dass Marcel Reich-Ranicki bei seinem Wutausbruch beim Deutschen Fernsehpreis im Vorjahr die Seichtheit und Durchsichtigkeit von derlei "Scripted Reality"-Formaten vor Augen hatte. Sendungen, die so tun, als ob sich die Konflikte wirklich ereignen, während sie doch tatsächlich einem penibel abgesteckten Drehbuch folgen - und ihre preiswerte Machart dabei nicht wirklich kaschieren.

Doch Fernsehen wird bekanntlich nicht von Kulturkritikern, sondern von Kaufleuten gemacht. Und deren wichtigste Währung ist die Quote. Bei denen brauchten sich "Lenßen & Partner" (immer werktags um 19.00 Uhr) und "K 11 - Kommissare im Einsatz" (werktags um 19.30 Uhr) nicht verstecken. Umso überraschender, dass der zu Jahresbeginn inthronisierte Sat.1-Chef Guido Bolten, der in diesem Herbst mit der neuen "Kerner"-Sendung und Oliver-Pocher-Dauereinsätzen viel vorhat, am Vorabend den Stecker zog.

"Es ist richtig, dass beide Formate über lange Jahre erfolgreich waren", sagt Diana Schardt, Sendersprecherin von Sat.1, mit Blick auf die einstigen Erfolge der Vorabend-Helden. Dennoch sind für "K 11" und Ingo Lenßen die Würfel gefallen: "Sie haben allerdings mittlerweile ihren Zenit überschritten und zeigen leider nur noch wenig Spielraum in der Quotenentwicklung." Ausgerechnet an einem schwarzen Freitag, dem 13. November, läuft jetzt die letzte "Lenßen & Partner"-Folge. Danach ist für den Rechtsanwalt erst einmal Schicht im Schacht. Eine rasche Rückkehr des Vorabendklassikers gilt bei Sat.1 als ausgeschlossen.

"K 11 - Kommissare im Einsatz" erhält noch eine Gnadenfrist, während die Programmverantwortlichen fieberhaft für Ersatz auf dem heiklen Sendeplatz um 19.30 Uhr suchen. "Wir konzentrieren uns derzeit auf die Entwicklung neuer Formate für den Vorabend", bestätigt Diana Schardt. "'K11' wird aber noch bis Ende des Jahres auf dem gewohnten Sendeplatz zu sehen sein."

Den Stein für die erdrutschartigen Umplanungen am Sat.1-Vorabend, der zusammen mit den weiter erfolgreichen Gerichtsshows am Nachmittag zu den verlässlichsten Quotengaranten beim Bällchensender zählte, ist wieder einmal eine neue Telenovela. Ab Montag, 16. November, um 18.00 Uhr, schickt Sat.1 mit "Eine wie keine" eine zweite Endlos-Schmonzette ins Rennen, die zusammen mit "Anna und die Liebe", die jeweils um 18

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