Markus Kavka: Vom Fan für Fans

"kabel eins rockt!" - Sagt kabel eins. Um dieser coolen Ansage Nachdruck zu verleihen, wird es ab 28. Oktober immer mittwochs laut im Programm des Münchner Privatsenders. Herzstück des neuen Programms ist, eingebettet zwischen einem Primetimespielfilm und einer nächtlichen Musik-Doku, die Sendung "NUMBER ONE!", in der MTV-Urgestein Markus Kavka (42) auf die Größen aus Rock und Pop trifft. Zum Start der Show, die sich als Mix aus Interview, Reportage und Livemitschnitt versteht, traf er auf keinen Geringeren als U2-Frontmann Bono. Weiter geht's mit Bon Jovi und Top-Stars wie Phil Collins, Metallica oder Depeche Mode. Großes Kino also für echte Musikfans, zu denen sich der jung gebliebene Musikexperte definitiv auch selbst zählt.

teleschau: Schon mal auf einer Ü-30-Party gewesen, Herr Kavka?

Markus Kavka: Ey. Vorsicht! (lacht)

teleschau: So schlimm?

Kavka: Da möchte ich nicht tot überm Zaun hängen. Es gibt echt nichts Furchtbareres als diese permanent Rückwärtsgewandten, die immer nur den alten Scheiß hören.

teleschau: Wir reden über die Musik der 80er-Jahre ...

Kavka: Ja, ja. Ich höre meine Platten aus den 80-ern noch unheimlich gerne, großartige Musik. Aber wenn man hängenbleibt und sich freut, dass man den gleichen alten Song auf so einer Party zum 8.000. Mal hört, ist das todtraurig. Es gibt so viele geile neue Sachen zu entdecken!

teleschau: Sie fühlen sich mit Ihren 42 Jahren noch nicht langsam als Altrocker?

Kavka: Naja, ich dachte vor meinem Vierzigsten schon, dass das jetzt irgendwie problematisch werden könnte, und verließ Deutschland sicherheitshalber: Mit meiner Freundin flog ich übers Geburtstagswochenende nach Mallorca, das Handy blieb daheim, um sämtlichen Kondolierungen zu entgehen. Danach merkte ich aber, dass sich gar nichts geändert hat.

teleschau: Also kein Problem mit dem Älterwerden?

Kavka: Wie man's nimmt. Ich erinnere mich schon häufiger daran, was ich damals als Teenager von Menschen in dem Alter hielt. Damals war es vollkommen ausgeschlossen, dass man mit Leuten über 30 überhaupt nur redet. Und Über-40-Jährige ... Hey, die waren wirklich das totale No-go. Voll die Opas.

teleschau: Sehen Sie das Ganze nun anders?

Kavka: Heutzutage wird, glaube ich, wirklich nicht mehr so strikt unterschieden zwischen den Altersklassen. Da kann man sich ganz locker über Interessen und Leidenschaften auch über die Generationen hinweg verständigen. Heute gehe ich auf ein x-beliebiges Indie-Konzert, und da stehen Leute zwischen 14 und 54 Jahren 'rum - und keiner meckert über den anderen. Das haut schon hin. Ich bin noch ganz vital und rüstig und arbeite in einer Branche, die einen per se ziemlich jung hält. Hey, ich lege nach wie vor in Techno-Clubs auf!

teleschau: Also gut: Wie bleibt man cool?

Kavka: (lacht) Danke! Ich merke halt immer wieder, dass ich mit jungen Leuten schon noch auf Augenhöhe bin. Dass ich für die nicht so altväterlich distanziert rüberkomme, dass ich nicht der Onkel bin, der ihnen was von guter Musik erzählt.

teleschau: Künftig bekommen Sie es ja mit einer etwas älteren Zielgruppe zu tun. Markus Kavka bei kabel eins - das hätte man auch nicht gedacht ...

Kavka: Nein, tatsächlich nicht

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