Der Kaiser vom BR: Franz Xaver Bogner plant schon wieder neue Serienstaffeln

Die Auftaktfolge zur neuen Staffel von "Der Kaiser von Schexing" (ab 8. Oktober, 21.45 Uhr, jeweils donnerstags im BR) geht in die Vollen: Eine Begräbnisfeier eskaliert. Der Pfarrer, gespielt von Alfons Schuhbeck in einer Gastrolle, mischt in der unvermeidlichen Familienschlägerei kräftig mit. Stoffe, wie Franz Xaver Bogner sie liebt. Der 60-jährige Erfolgsregisseur und Drehbuchautor, der bei seinen zahlreichen Fans für BR-Serien wie "Irgendwie und Sowieso", "Zur Freiheit", "Café Meineid" oder "München 7" Kultstatus genießt, plant offenbar bereits eine fünfte Staffel der Rathausreihe. Im Interview verrät er, woher er seine Anregungen bezieht und wie er Josef Ratzinger einbinden würde.

teleschau: Herr Bogner, waren Sie selber etwas überrascht, dass die dritte Staffel von "Der Kaiser von Schexing" überhaupt gedreht werden konnte?

Franz Xaver Bogner: Überrascht war ich nicht, weil es schon seit geraumer Zeit eine Absprache darüber gab. Vom Projektplan her diskutieren wir derzeit schon eine fünfte Staffel.

teleschau: Fühlen Sie sich frei von Quotensorgen?

Bogner: Bis dato hatte ich ja nie Probleme, weil ich eigentlich immer die Quote erreichte, die man im weitesten Sinne als Erfolg bezeichnen kann.

teleschau: Setzen Sie sich manchmal selbst unter Druck - wenn Sie auf den Erfolg Ihrer alten Serien schielen?

Bogner: Das ist nicht die Messlatte. Für mich ist es wichtig, dass ich immer in der Form von Komödie bleibe, in der ich mich wohl fühle. Das ist aber dauerhaft schwierig. Mit der Zeit habe ich schon relativ viel gemacht. Natürlich gibt es immer wieder Leute, die von mir eine Fortsetzung von "Irgendwie und Sowieso" sehen wollen. Aber die Meldungen, dass ich das wirklich machen könnte, sind meistens Enten.

teleschau: "Irgendwie und Sowieso" hat ja immer noch eine riesige Fangemeinde. Es gibt sogar große Freiluftaufführungen auf der Münchner Leopoldstraße oder lange Seriennächte in der Muffathalle. Wird Ihnen dabei warm ums Herz?

Bogner: Ich bin zuerst mit gemischten Gefühlen hingegangen, weil ich dachte, da treffe ich nur auf abgestürzte Alt-Achtundsechziger und Jutetaschenträger. Ich empfand es als ein großes Kompliment für mich, dass so viele junge Leute da waren.

teleschau: Ist "Irgendwie und Sowieso" also ein zeitloser Stoff - oder gibt es Wellenbewegung, in der die Serie wieder modern wirkt?

Bogner: Ich habe auch lange darüber nachgedacht, habe aber noch keine Erklärung für das Phänomen. Dass heute noch so viele Junge auf die Serie abfahren, mag vielleicht damit zu tun haben, dass das ziemlich kompromisslose Typen waren, die ich damals gezeigt hatte. Die spürten einen ziemlich starken Druck, das auszuleben, wovon sie träumten. Dieser Wunsch ist nicht sehr zeitabhängig.

teleschau: Viele junge Fans schauen sich Ihre Serien wie "Irgendwie und Sowieso" oder "Zur Freiheit" in langen DVD-Nächten an und feiern das gemeinsame Schauen als Party.

Bogner: Ich kannte das nur von früher von den Eddie-Constantine-Filmen im Arri-Kino in München. Oder von der "Rocky Horror Picture Show". Da stehe ich ja in keiner schlechten Tradition. Ich fühle mich geehrt.

teleschau: Wird aus Ihrem Bekanntenkreis nicht auch häufig an Sie herangetragen, "München 7" fortzusetzen?

Bogner: Da würde ich gerne mal wieder weitermachen

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