Justin Bruening: K.I.T.T.s Neuer

Dichtes Brusthaar, das aus dem zu weit aufgeknöpften Hemd wuchert, eine füllige Lockenpracht, die schon Monate keinen Friseur mehr gesehen hat - all das hat Ex-Model Justin Bruening nicht zu bieten. Der 30-jährige Schauspieler, der in der Neuauflage der 80er-Jahre-Kultserie "Knight Rider" (Pilot: Do., 08.10., 21.15 Uhr; Serie: ab 17.10., samstags, 16.50 Uhr, RTL) in den Spurrillen von David Hasselhoff fährt, ist wahrlich keine Kopie des Originals. Zum Glück. Denn das Outfit des einstigen Serien-Superstars ("Baywatch") geht heutzutage einfach gar nicht mehr. Wie auch "The Hoff" insgesamt - durch Alkoholeskapaden und sehr selbstbewusste Äußerungen zur Deutschen Einheit - mehr und mehr zur Lachnummer verkommen ist. Bruening hat sich allerdings noch ein wenig Ehrfurcht vor dem Ur-Ritter der Straße bewahrt und gibt ohne Schamesröte im Gesicht zu, dass er stolzer Besitzer einer Hasselhoff-Lunchbox war.

Obercool sieht er aus, der durchtrainierte junge Mann mit dem Modelgesicht, der eine Staffel lang (die Neuauflage ist mittlerweile schon wieder abgesetzt) im neuen gepimpten Wunderauto K.I.T.T. Platz nehmen durfte. Doch allzu ernst scheint er sich nicht zu nehmen. "David Hasselhoff war mein Kindheitsidol", verkündet er und muss selbst darüber lachen. Als er schließlich den "Knight Rider", der für einen Cameo-Auftritt im Pilotfilm am Set erschien, persönlich traf, sei das schon ein besonderer Moment in seinem Leben gewesen.

Wie damals, als er als Junge seine Lieblingsfilme immer und immer wieder anschaute und plötzlich erkannte, dass Han Solo und Indiana Jones ein und derselbe Typ sind. "Ich lief ganz aufgeregt im Haus umher." Wahrscheinlich erkannte er in diesem Moment seine Berufung, zumindest spielte er am nächsten Halloween sogleich eine Doppelrolle: Indiana Jones mit Lichtschwert. Ein paar Jahre später schaffte es Justin schon in einen "Blockbuster" - er arbeitete in der gleichnamigen US-Videothekskette in San Diego. "Ein großes Highlight" für den Filmfan.

Dorthin hatte es den jungen Mann aus Nebraska verschlagen, weil er nicht so richtig wusste, was er mit seinem Leben anfangen wollte. Und wahrscheinlich war er es auch einfach leid, ständig dieselben Gesichter zu sehen. "In meinem Heimatort lebten 85 Menschen. In meiner Abschlussklasse waren acht Schüler." Talentscouts verirren sich sicher nicht in diese Einöde. Gut also, dass Bruening nach Kalifornien kam, denn schon bald wurde er auf dem Weg zur Arbeit in einer bekannten Fastfood-Kette entdeckt - allerdings als Model. Zwischen Burgern und Pommes frites hält man in den USA offenbar nach Schönheiten Ausschau.

Es folgten Engagements für bekannte Modelabels, ein Auftritt als "Kerl im Pool" in einem Britney-Spears-Videoclip ("Boys") und schließlich das ersehnte Schauspiel-Angebot. 2003 ergatterte Justin eine Rolle in der bekannten US-Soap "All My Children" (läuft seit 1970), die er vier Jahre und 160 Folgen lang verkörperte. Als Belohnung gab es den "Soap Opera Digest Award", außerdem wurde er zu "Daytime's Hottest Star gewählt".

Schließlich traf Justin am Set auch noch seine große Liebe. Vor laufenden Kameras machte er Co-Star Alexa Havins - nach einer Sexszene, an einem Dienstagmorgen um 08.00 Uhr - einen Antrag. "Ich hatte den Ring schon gekauft und wartete nur auf den richtigen Augenblick", erinnert er sich. "Dann las ich im Drehbuch, dass ich auch in der Serie um ihre Hand anhalten soll

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