Aufmerksamkeit für die Autoren! Die Drehbuchautoren Sylvia Leuker und Benedikt Röskau sprechen über ihre Filme "Faktor 8" (Mo., 05.10., 20.15 Uhr, Pro
"Als Autor müssen Sie 20 Jahre in der Branche sein und mindestens einen Knaller wie 'Contergan' abgeliefert haben, um die gleiche Aufmerksamkeit zu bekommen, wie ein Hochschulregisseur bei seinem Abschlussfilm." Benedikt Röskau (Jahrgang 1961) hat eben diesen Knaller 2007 abgeliefert und kennt als einst langjähriges Vorstandsmitglied des Verbands Deutscher Drehbuchautoren die Situation seiner Kollegen genau. Die Diplom-Journalistin Sylvia Leuker (Jahrgang 1962) ist seine Lebens- und Schreibpartnerin. Die Ausstrahlung ihres gemeinsamen Dramas "Über den Tod hinaus" (Mo., 12.10., 20.15 Uhr, ZDF), von Röskaus Action-Thriller "Faktor 8" (Mo., 05.10., 20.15 Uhr, ProSieben) und seiner Film-Biografie "Romy" (Mi., 11.11., 20.15 Uhr, ARD) bietet sich an, um mal mit zwei Profis über ihre Arbeit, ihren Anspruch und die Befindlichkeit ihrer Zunft zu sprechen.
teleschau: Herr Röskau, Sie haben für "Faktor 8" ein Seuchen-Szenario im Flugzeug entworfen. Wenige Monate vor Ausstrahlung bei ProSieben brach die Schweinegrippe aus ... Gruselig?
Benedikt Rös

kau: ... Dafür kann ich aber nichts! Wobei - sehr wahrscheinlich wird mir unterstellt, dass ich auf der Aktualität herumreite. Aber es ist tatsächlich eigentlich egal, wann man was schreibt. Die Wirklichkeit holt einen irgendwann immer ein. Das war bei "Wunder von Lengede" (2003, Sat.1, die Red.) ähnlich. 14 Tage, bevor der Film ausgestrahlt werden sollte, gab es ein vergleichbares Bergwerksunglück in Russland.
teleschau: Sie sind eher bekannt für Filme wie "Contergan" oder aktuell auch die Film-Biografie "Romy". Warum schrieben Sie ein Drehbuch über den Ausbruch eines Killer-Virus?
Röskau: Ich wurde vom Produzenten gefragt. Aber für mich war Grundbedingung: Ich schreibe kein Ende, an dem jemand eine Spritze mit dem rettende

n Serum hochhält! Ich hatte erwartet, dass alle sagen: Dann können wir's nicht machen. Aber genau das Gegenteil war der Fall! Ich gebe zu, es war ein unheimlicher Spaß, mit den Publikumserwartungen zu spielen. Der ProSieben-Zuschauer hat schon alles in Hollywoodfilmen gesehen. Mit der Qualität können wir zumindest äußerlich nicht mithalten, weil das Geld fehlt. Erzählerisch können wir das schon.
teleschau: Eine Woche später strahlt das ZDF das Drama "Über den Tod hinaus" aus: Die Geschichte einer Familie, deren Existenz durch enorme Bürgschafts-Schulden bedroht ist und die sich gegen den Betrug mit sogenannten Schrottimmobilien auflehnt. Ebenfalls brisant ...
Sylvia Leuker: Während wir daran schrieben, gab es nicht nur versch

iedene Urteile zu Schrottimmobilien. Da krachte auch die Krise am Kapitalmarkt los. Da passierte etwas ähnliches: Etwas Minderwertiges wurde überteuert an Leute verkauft, die sich das nicht leisten können. Und zwar weltweit. Dass jemand über den Tisch gezogen wird und dann nicht mehr aussteigen kann, wurde im Prinzip alltäglich. Schlagen Sie nur morgens die Zeitung auf ...
teleschau: Sie mussten also parallel zur Realität arbeiten?
Röskau: Es gibt einen realen Fall als Hintergrund - aber nicht als Blaupause. Es ging uns ums Prinzip. Auch in Ihrem Bekanntenkreis werden Sie sicherlich jemanden finden, der auf so etwas hereingefallen ist. Dann entwickelte das Thema ein Eigenleben, weil es viele Gerichtsurteile gab, die es immer wieder um 180 Grad drehten. Wir waren abhängig von der Rechtsprechung, um unseren Film zu machen
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