"Vulkanausbruch in New York" - Einfach katastrophal
(tsch) Schwelgerisch schweift die Kamera über die Skyline und durch die Häuserschluchten New Yorks, während die Radionachrichten von explodierenden Energiekosten und einem bevorstehenden harten Winter sprechen. Sieht spannend aus, könnte man nach der ersten Szene meinen. Aber eigentlich kann genau hier bereits ausgeschaltet werden. Denn was in den nächsten 90 Minuten bei RTL II folgt, ist ein dümmliches, dialoglastiges TV-Movie. Aktuelle Klimathemen, korrupte Polizisten und heldenhafte Kanalarbeiter werden in ein unrealistisches, apokalyptisches Szenario gesteckt. Es droht ein "Vulkanausbruch in New York" (2006). Action muss sich nicht an der Realität orientieren, aber sie sollte doch zumindest zuschauerfreundlich verpackt sein.
Matt (Costas Mandylor - verfügt über mehr Muskeln als Schauspieltalent) und sein Team von "Kanalratten" bahnen sich tagtäglich mit Sprengladungen und Bohrmaschinen einen Weg durch New Yorks unterirdis

ches Reich. Sie arbeiten für den Wissenschaftler Dr. Levering (Michael Ironside). Die künstlichen Kanäle, die nah am Erdmantel vorbeiführen, sollen den Big Apple mit günstiger Energie versorgen, was eigentlich prima für die Ökobilanz des Mega-Mollochs wäre. Doch aufgrund der illegalen Bohrungen erhitzt sich der Boden unter der Stadt. Und plötzlich regen sich seit Jahrtausenden inaktive Vulkane.
Zähflüssig wie Magma zieht sich auch die ohnehin haarsträubende Handlung dahin. Regisseur Robert Lee hätte sich besser die Weisheit "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" zu Herzen genommen. Statt Bilder und Handlungen einfach mal für sich sprechen zu lassen, quatschen sämtliche Personen um die Wette und gehen schon nach den ersten zehn Minuten gehörig auf die Nerven. Sprücheklopferei we

chselt sich ab mit fehlplatzierten, fachsimpelnden Erläuterungen, die wohl verhindern sollen, dass dem Zuschauer, wenn er denn überhaupt noch zuhört, das kleinste - uninteressante - Detail entgeht. Von den seltsamen Wortneuschöpfungen in der deutschen Synchronisation - "Hört auf, Euch zu befetzen" - einmal ganz abgesehen.
Robert Lee muss geahnt haben, dass er mit der flachen Spannungskurve und dem ermüdenden Wortschwall kaum jemanden vor der Mattscheibe halten kann - und setzte dazu auf Splatter-Elemente. Aber weder verbrannte Gesichter in Nahaufnahme noch herausquellende Gedärme, die vielmehr an rot gefärbte Gummischläuche erinnern, können diese Bildschirmzumutung zur Primetime noch retten.
Ausstrahlung am 03.05.2008 um 20:15 Uhr auf RTL II
Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
RTL II
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