Virtuoser Krauskopf: Newton Faulkner liefert auf seinem Debüt so manchen Lagerfeuerhit

(tsch) Ein junger Mann mit roten Dreadlocks sitzt auf der Minibühne der Münchner Bar "Rita", das Gesicht ganz nah an seiner Gitarre. Als würde er den ganzen Tag nichts anderes tun, zupft und klopft er darauf herum. Vieles von dem, was Newton Faulkner da vorne mit seinem Instrument treibt, wirkt fremd, manchmal auch lustig. Unglaublich, dass er bei all den Saitenexperimenten immer die richtigen Töne trifft, und die hören sich grandios an. Der junge Mann aus Surrey, der gerade sein Debütalbum "Hand Built By Robots" promotet, ist Englands Shootingstar 2007. Wobei das Wort "Star" nicht so recht zu ihm passen will. Der Musiker wirkt mit den krausen Rastalocken und dem Kapuzenpulli eher wie jemand, der sich gerade vom Strandspaziergang auf einen Interviewtermin verirrt hat.

Einen lustigen Anblick bietet Newton Faulkner, wie er vor seinem Mineralwasser auf blütenweißer Tischdecke im schicken Seehaus am Kleinhesseloher See im Englischen Garten sitzt. Zu ihm würden eher eine grob gestrickte Picknickdecke und ein gutes Bier passen. Er selbst lässt sich von der Umgebung wenig beeindrucken. Locker streift er sich die roten Dreads aus dem Gesicht und plaudert redselig drauf los.

Wie ihm der plötzliche Rummel um seine Person gefalle? "Ich fühle mich wie ein Alien", sagt er mit seiner leicht heiseren Stimme. "Bis vor kurzem kümmerte ich mich nicht großartig darum. Aber jetzt, wo das Album draußen ist, nehme ich es bewusst wahr. Es ist Wahnsinn, was der Erfolg mit Deinem Gehirn anstellen kann." Von der aufdringlichen englischen "Yellow Press" blieb der Shootingstar bislang aber unbehelligt. "Die interessieren sich nicht für mich. Ich bin nur ein Typ, der sein Ding macht, ziemlich langweilig für die", sagt er und grinst breit. Da erinnert er sich an eine lustige Begegnung im Plattenladen: "Meistens ist es so, dass man die Leute bereits auf einem Magazin oder Plakat gesehen hat, bevor man ihre Musik hört. Bei mir war es umgekehrt, die Leute kannten meine Musik, unter anderem von Myspace, aber nicht mich. Ich war in einem Plattenladen und stöberte herum. Mir gegenüber entdeckte jemand meine Single im Regal, sah zu mir auf und flippte aus: 'Mann, das bist ja Du!"

Popularität, Charts und Platzierungen - das alles ist nicht Newton Faulkners Welt. Darauf lässt nicht nur seine hippie-eske Erscheinung schließen, das merkt man daran, wie unbeschwert und amüsiert der Brite den ganzen Zirkus um sich herum wahrnimmt. Er ist nur ein Junge vom Lande - "Surrey, ist nicht einmal eine Heimatstadt. Es liegt irgendwo im Nirgendwo" -, der sich die in der Pampa reichlich vorhandene Zeit mit Musizieren vertrieb. Auch sein Bruder macht unter dem Namen The Ruderalis Musik, allerdings HipHop. Die Fähigkeiten von Kleinkindern, auf allem rumzutrommeln, was ihnen in den Weg kommt, baute Newton irgendwann an einem richtigen Schlagzeug aus. Dann setzte er sich ans Klavier, und schließlich entdeckte er mit 13 Jahren seine wahre Leidenschaft: das Gitarrenspiel.

Das Griffbrett seiner Gitarre, die ein befreundeter Instrumentenbauer aus Brighton eigens nach seinen Ansprüchen baute, kennt Newton Faulkner wie seine Westentasche. "Tapping" nennt er die ihm so eigene Spielweise. "Man stößt mit der Zupfhand ziemlich hart auf die Saiten. Man kann auf beiden Seiten der Saiten Töne erzeugen

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