Auf dem Platz liegt die Wahrheit - oder 'ne Stoßstange: Stefan Raab hat sich pünktlich zur EM ein neues Show-Event ausgedacht

(tsch) Freund und Leid liegen bei Stefan Raab derzeit eng beieinander: Für seine tägliche Sendung "TV total" interessiert sich kaum noch jemand, die Marktanteile dümpeln nicht selten im einstelligen Bereich. Dafür geht seine Rechnung mit "Schlag den Raab" vollends auf. Regelmäßig verfolgen weit über 20 Prozent der werberelevanten Zielgruppe die Marathon-Duelle zwischen Moderator und einem Kandidaten, in denen - wie zuletzt Anfang April - Millionenbeträge auf dem Spiel stehen. Wie auch immer die Show ausgehen mag - Raab gewinnt. Den Deutschen Fernsehpreis etwa. Die Goldene Kamera. Oder dadurch, dass er das Format ins Ausland verkaufen konnte, aber hierzulande produzieren lässt. Nun hat sich Raab etwas Neues ausgedacht, das er zum Show-Event aufblasen möchte: Autoball.

Bitte was? Die Idee ist eigentlich simpel: Zwei Autos treten auf einem Spielfeld gegeneinander an und müssen versuchen, einen übergroßen Ball durch Anfahren und Rempeln ins gegnerische Tor zu befördern. Klingt total bescheuert? Wie wahr! Aber dass in Raabs Händen selbst die dämlichsten Wettbewerbe zu Quotengold werden, hat er schon mit einer ganzen Reihe von Events bewiesen. Man denke nur an das große Springreiten, an die Stock Car Crash Challenges, das Turmspringen oder - der Anfang aller Absurditäten - an die Wok-WM, die Anfang März bereits zum sechsten Mal stattfand. Entstanden ist das Reisschüssel-Rennen damals ebenfalls aus einer Schnapsidee. Stefan Raab setzte 2003 als Pate bei Tommy Gottschalks "Wetten, dass ..?" eine Bobbahnabfahrt in einem Wok ein. Obwohl er nicht verlor, stürzte sich der "Raab in Gefahr" den Eiskanal herunter und leckte Blut. Der Rest ist Geschichte und kann in den Annalen von ProSieben nachgelesen werden.

Nun also Autoball. Nein, gleich eine Autoball Europameisterschaft! Am Freitag, 6. Juni, einen Tag vor dem Anpfiff der Fußball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich, sollen in der KölnArena unter Raabs Ägide ingesamt acht Länderteams mit prominenter Besetzung auflaufen, pardon, auffahren. Moderiert wird das Spektakel von Oliver Welke, kommentiert von Frank Buschmann.

Die Idee zum Autoball entstammt einer "Schlag den Raab"-Ausgabe vom 03. November 2007. Nicht auszudenken, was da im Falle eines Erfolgs noch folgen mag. Ein Dragster-Beschleunigungs-Rennen womöglich. Das große Eiskletter-Duell. Oder gar ein Kubb-Turnier - ein altes Wikinger-Spiel, das einer Schlacht ähneln soll. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, macht Raab irgendwann mal seine eigene Version von "Takeshi's Castle", dieser japanischen Urform der Blödel-Unterhaltung, die derzeit bei RTL II im Nachmittagsprogramm (16.05 Uhr) läuft.

Abtun sollte man bei Raab jedenfalls nichts. Schon gar nicht vorschnell. Der Mann hat Macher- und Nehmer-Qualitäten, wie sie selten sind im deutschen Fernsehen. Und er besitzt den nötigen Mut, derartige Projekte anzustoßen und durchzuziehen.

Bevor es jedoch in der KölnArena heiß hergeht, mimt Raab erst einmal den Coolen. Am Donnerstag, 1. Mai, bittet er um 22.30 Uhr zur mittlerweile neunten Poker-Nacht. Neben Elton und einem Online-Qualifikanten nimmt diesmal auch Handballstar Stefan "Kretzsche" Kretzschmar die Karten in die Hand. Im Pot liegen 100.000 Euro - Peanuts für Raabsche Verhältnisse. Außerdem hat er eh immer ein Ass im Ärmel stecken

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