"Peter Pan" - Flucht vor dem Erwachsenwerden
(tsch) Peter Pan und Wendy waren immer Kinder ihrer Zeit. J.M. Barrie schrieb das weltbekannte Fantasy-Märchen vom Jungen, der sich weigerte, erwachsen zu werden, vor über 100 Jahren, und die Abenteuer der verlorenen Jungs, von Käpt'n Hook, Wendy und dem tickenden Krokodil, erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Nach Steven Spielbergs prächtiger 1991er-Verfilmung "Hook" kam das Nimmerland im April 2004 erneut auf die Leinwand. Nun bitten Sat.1 und "Peter Pan" abermals ins Reich der Fantasie.
Abends, wenn Wendy Darling (Rachel Hurd-Wood, "Das Parfum") ihren Brüdern John und Michael fantastische Geschichten von kämpfenden Piraten, gefährlichen Abenteuern und mächtigen Zauberern erzählt, ist

das zwölfjährige Mädchen am glücklichsten. Ihre Fantasie ist die letzte Zufluchtsstätte der Kindheit. Sie weiß, dass sie sich schon bald wie eine junge Dame benehmen muss. Doch in der letzten Nacht, die sie mit ihren Brüdern im Kinderzimmer verbringt, nimmt sie Peter Pan (Jeremy Sumpter), der ihren Geschichten immer heimlich lauschte, mit nach Nimmerland - ein Paradies für Kinder, in dem man ungestört Spaß haben kann und nicht erwachsen zu werden braucht.
Gäbe es dort nicht Peter Pans verbitterten Erzfeind Käpt'n Hook (Jason Isaacs) mit seinen Piraten und die eifersüchtige Fee Glöckchen (Ludivine Sagnier), wäre Nimmerland ein perfekter Ort, um ewig Kind zu bleiben. Und da sich Wendy auch noch in Peter Pan verliebt, müssen die beiden nicht nur gegen die allgegenwärtige Bösartigkeit Hooks k

ämpfen, sondern auch noch mit den Problemen, die ihnen das eigene Herz bereitet, fertig werden.
Konzentrierte sich Steven Spielberg 1991 noch stärker auf die fantasievolle, komische und unterhaltsame Seite des Stoffes, beschäftigt sich der Australier P.J. Hogan (verfilmt gerade den UK-Bestsellers "Die Schnäppchenjägerin", geplanter Start: Februar 2009) in seinem "Peter Pan" mit den weiter reichenden Problemen, die J.M. Barries in seinem Buch verarbeitete: Der Abschied von der Kindheit und der Übergang in die Erwachsenenwelt sind schmerzvolle Phasen, der man sich allzu gerne durch Realitätsflucht entzieht, ihr am Ende aber nicht entkommen kann.
P.J. Hogan hat "Peter Pan" zwar grandios in Szene gesetzt und es geschafft, den alten Stoff ins Heute zu transportieren. Aber sein "Peter Pan" macht wenig Mut, ist grimmig und Furcht einflößend.
Ausstrahlung am 03.05.2008 um 20:15 Uhr auf Sat.1
Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Sat.1 / Sony Pictures Television International
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