teleschau: Wie selbstkritisch gehen Sie mit Ihrer Leistung um?

Schweighöfer: Ich bin unheimlich selbstkritisch. Von meinen Eltern kann ich das aber nicht haben, die sind völlig anders, vielleicht weil sie 20 Jahre im Osten Theater gespielt haben. Das ist noch mal eine andere Nummer. Mein Vater grübelt meist vor sich hin und entscheidet sich dann irgendwann notgedrungen für eine Rolle, und meine Mutter kann sich gar nicht genug für etwas begeistern.

teleschau: Wenn Sie auf der großen Leinwand einen Helden mimen, besteht dann nicht auch die Gefahr, dass Sie irgendwann alle Bescheidenheit fahren lassen?

Schweighöfer: Es ist halt meine Arbeit, das muss ich klar von meinem sonstigen Leben trennen. Für mich selbst ist das kein Problem. Doch hat sich alles mit meinem Auftritt in "Keinohrhasen" ziemlich verändert. Plötzlich kannten mich sechs Millionen Leute. Das ist eigentlich ganz schön absurd, aber hat viel in einem Leben verändert. Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass das alles nur Film ist und nichts anderes. Es ist halt nicht privat, und das geht auch nicht anders, denn die Zuschauer sollen ja nicht mich im Film wieder erkennen, sondern den roten Schal und die Mütze, das Flugzeug und die typische Baron-Locke. Ich mag so etwas: in Rollen schlüpfen und dann wieder was ganz Aanderes machen. Ab morgen drehe ich mit Josef Bierbichler wieder einen Mini-Arthouse-Film in Tirol. Solche Extrem-Wechsel halten das Interesse wach. Johnny Depp macht so etwas auch andauernd.

teleschau: Sie kennen zwar den Unterschied zwischen Ihrer Heldenrolle und dem privaten Matthias, doch meinen Sie nicht, dass Ihre Fans das anders sehen?

Schweighöfer: Sie werden den Unterschied wohl oder übel kennenlernen müssen.

teleschau: Trotzdem zahlt sich Ihr Höhenflug möglicherweise darin aus, dass auch Ihre kleinen Filmprojekte mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommen als bisher.

Schweighöfer: Es wäre doch toll, wenn das möglich wäre! Das würde mich total freuen.

teleschau: Aber die Republik hat lieber eine "Keinohrhasen"-Fortsetzung: Wie weit sind die Pläne gediehen?

Schweighöfer: Ich habe zwar keine Ahnung, wann genau wir damit anfangen, aber Till hat mir kürzlich schon mal etwas vorgelesen, worüber ich mich kaputtgelacht habe. Das wird eine tolle Nummer. Man darf wieder fröhlich sein im Kino.

teleschau: Auch werden Sie in dem Hollywood-Blockbuster "Night Train" zu sehen sein. Was reizte Sie daran?

Schweighöfer: Das ist ein typischer Spitzen-Action-Horrorthriller mit Danny Glover und mir

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