Allein unser Dialekt-Coach hat zum Beispiel zuvor die "Herr der Ringe"-Filme betreut sowie alle möglichen Produktionen von Steven Spielberg und Michael Mann, und er hat Leute wie Robert Downey Jr. und Robert De Niro trainiert. Ich habe meinen Film-Akzent aus einem Buch gelernt, das schon De Niro, Brad Pitt und Johnny Depp in den Händen hielten. Wenn also ein solches Urgestein wie Andrew Jack zu mir kommt und uns lobt, dass er es gut finde, wie wir die Geschichte aufziehen, dann ist das ein echter Ritterschlag.

teleschau: Sind Sie auf eine internationale Karriere vorbereitet?

Schweighöfer: Ich habe auch viel Unterstützung aus zwei anderen Ländern und bin sehr gespannt, wie sich der Film international schlägt. Ich habe eine Agentin in Paris und eine sehr tolle Agentin in London, die in acht anderen Metropolen der Welt verwurzelt ist. Es ist ein schönes Gefühl, von so jemandem am Tag vor der Filmpremiere eine SMS zu bekommen, in der sie mir Glück wünscht für heute Abend. Aber es hat natürlich auch viele geschäftliche Vorteile. Als ich sie letztens in London besuchte, verriet sie mir, dass die Verträge mit unserem Wunsch-Hauptdarsteller für unsere "Catweazle"-Neuverfilmung, also der Kultserie über den mittelalterlichen Zauberer, den es in unsere Zeit verschlägt, fast fertig sind, weil sie ihn ohnehin auch vertrete. So klein ist die Welt: Auf einmal lerne ich also internationale Player kennen, denen ich nicht nur als Schauspielkollege, sondern eben auch als Produzent gegenübertrete. Es ist schon eine verrückte Welt.

teleschau: Sie spielen den Roten Baron mit einem für Sie ungewohnten arroganten Einschlag. Inwiefern kann man überhaupt als populärer Star wie Manfred von Richthofen oder als Schauspieler wie Sie auf dem Teppich bleiben, ohne der Arroganz zu erliegen?

Schweighöfer: Gerade weil es mir so schwerfällt, mich derartig zu benehmen, musste ich mir die Arroganz in Schwerstarbeit antrainieren. Ich hatte einen Benimmlehrer, um zu lernen, wie sich adlige Personen in der damaligen Zeit zu verhalten hatten. Ich hätte es nie gedacht, aber das war damals ganz normal und wirkte zumindest im Englischen gar nicht arrogant. Wenn man sich den Film im englischsprachigen Original anhört, dann wirkt das völlig anders als in der deutschen Synchronfassung. Was im Englischen zwar als adliger Slang zu erkennen ist, aber eben nicht arrogant wirkt, hat im Deutschen sofort einen snobistischen Einschlag. Das klingt völlig anders, weil es die deutsche Sprache einfach nicht zulässt

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