Und letztlich gab es noch einige Ungereimtheiten mit der Übersetzung, weshalb ich schon wieder vors Mikro musste. Daran trug ich aber auch selbst ein bisschen Mitschuld, weil ich bei der Abnahme der Szenen nicht zufrieden mit mir war.

teleschau: Ist das deutsche Publikum Ihrer Meinung nach reif für einen heroischen Kriegsfilm aus dem eigenen Land?

Schweighöfer: Aufgrund der deutschen Vergangenheit ist es schwierig, hierzulande einen Film über einen Kriegshelden zu drehen. Die Gefahr der Glorifizierung ist natürlich bei einem solchen Projekt hoch. Doch wir haben Manfred von Richthofen bewusst nicht heroisiert, sondern haben einen kritischen Ansatz verfolgt. Trotzdem muss ich sagen, dass es die Geschichte tatsächlich gegeben hat. Sie gehört ebenso zur deutschen Historie, und eine Person darin war eben Manfred von Richthofen, der als Soldat sein Land verteidigen musste. Ich sehe also nichts Falsches daran, jemanden zu spielen, der aus Pflicht und auf Basis eines Ehrenkodex vor dem Hintergrund des preußischen Adels gehandelt hat und mit erfinderischem Geist einfach sein Flugzeug rot anmalte, seine Mannschaft farblich kennzeichnete und damit auf naive Weise die Gräuel des Krieges auszublenden versuchte. Zweifellos wurde der Rote Baron zum Popstar. Doch wie furchtbar muss es für ihn gewesen sein, als 25-Jähriger über Leben und Tod zu entscheiden! Solch eine Geschichte gehört meiner Ansicht nach erzählt, vor allem weil sie wahr ist.

teleschau: Sie arbeiten immer häufiger mit internationalen Filmstars. Seit Ihrer Nebenrolle in Tom Cruises neuem Film "Walküre" wird Ihnen sogar eine Freundschaft mit dem Hollywood-Star nachgesagt. Was sagt er zu Ihrem Ausflug ins historische "Top Gun"-Metier?

Schweighöfer: Tom hat den Film als einer der Ersten zusammen mit seiner Frau Katie hier im fünften Stock des Berliner Regent Hotels gesehen. Tochter Suri hat auch kurz reingeschaut, musste dann aber ins Bett. Aber hey: Tom Cruise ist Amerikaner, der findet solche Filme einfach geil. Das liegt in seiner Natur. Außerdem findet er es krass, dass ein solcher Film in solch einem Land wie Deutschland möglich ist. Ansonsten kann ich nur sagen, dass Tom ein ganz normaler Typ ist. Wir haben viel gemeinsam gelacht. So wie ich ihn kennengelernt habe, war er sehr entspannt.

teleschau: Können Sie das über alle Ihre Kollegen aus dem US-amerikanischen Filmzirkus sagen?

Schweighöfer: Ich denke schon, dass das alles total normale Menschen sind. Aber natürlich spielt da auch ein bisschen Ehrfurcht mit

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