Nicht, dass ihn das Lächeln seiner Mama alleine motiviere, etwas zu tun, doch es scheint durchaus der Wahrheit zu entsprechen, dass der Schauspieler mit Theater- und Musikhintergrund zum Understatement neigt. Er improvisierte, um sich für die Rolle zu bewerben: "Ich habe zu dem Zeitpunkt im Niemandsland in England gedreht, habe mich selbst gefilmt für die Bewerbung." Nicht sehr chic, wie seine wacklige Demonstration beweisen soll. Er schneidet Grimassen vor einer imaginären Kamera, wurde aber dennoch vom Regisseur zum Mittagessen eingeladen.

Das Schauspielerdasein empfindet er nicht als Rock'n'Roll, dazu kennt er diesen vielleicht auch zu gut. Er war selbst in einer Band, die sich auflöste, just als es in seiner Karriere vorwärtsging. "Glücklicherweise", sagt er, "denn ich hätte nicht gewusst wohin."

Die Frage hat sich geklärt, bereits im August kommt mit "Crossing Over" sein nächster Film in die Kinos. Wobei "sein" Film in diesem Fall etwas übertrieben ist, es ist wohl eher Sean Penns Auftritt oder der von Harrison Ford, der zunächst zählt. Wieder stapelt Sturgess tief und hat auch eine Anekdote zum Beweis.

"Ich habe keinen der Stars auch nur bei den Dreharbeiten getroffen, sondern alleine vor mich hingeschauspielert, aber ich kann jetzt erzählen", er reißt unambitioniert beide Arme nach oben, "ich war in einem Film mit Sean Penn! Und ich habe sogar mal in einem Nachtclub versucht mit ihm zu sprechen, um ihm das zu sagen. Er hat vermutlich nur den Filmtitel verstanden und gelächelt. Ich denke nicht, dass ich Eindruck hinterlassen habe. Ich wirkte wohl wie ein bescheuerter Fan."

Dabei ist er mehr als ein Talent, Sturgess überzeugt mit Qualität. Er spielt in "Crossing Over" einen Musiker und fand, dass der Song denn auch die Perspektive des jungen Mannes beschreiben sollte. Regisseur Wayne Kramer nickte, und Sturgess schrieb das Lied und nahm es innerhalb zwei Tagen auf. "Wobei", fällt ihm da ein: "Ich kann nur sagen, es gab die Szene zumindest, wahrscheinlich wird sie rausgeschnitten."

Lediglich einmal legt er seine Bescheidenheit etwas zur Seite. Denn es sei nicht nur Glück, dass er jetzt da steht, wo er steht. "Ich mach das schon sehr lange, meine Energie und meine Leidenschaft stecken in all dem. Trotzdem entscheidet der Zufall, wie du an dem einen Tag ankommst."

Entweder zahlen sich seine 15 Jahre Erfahrung aus oder der Zufall meint es gerade sehr gut mit ihm. In "50 Dead Man Walking", einem Drama über die IRA, spielt er an der Seite von Rose McGowan und Sir Ben Kingsley seine nächste Hauptrolle

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