"BBC Exklusiv: Virtuelle Liebe" - Wenn das zweite Leben das erste ersetzt
(tsch) Eigentlich ist "Second Life" schon wieder out. Die Zahl der Realitätsflüchtigen, die sich in den Weiten des World Wide Web eine virtuelle Zweitexistenz nebst Häuschen auf Polygon-Hügeln aufgebaut haben, ist seit Monaten rückläufig - genau wie die Berichterstattung über das gehypte Web-2.0-Phänomen. Die "BBC Exklusiv"-Dokumentation "Virtuelle Liebe" bei vox ist also ein wenig spät dran, stellt - zumindest im Originaltitel "Virtual Adultery and Cyberspace Love - Real Love or Fantasy?" - aber ohnehin eine zeitlose und spannende Frage: Ist virtueller Ehebruch mit einem echten gleichzusetzen? Und kann man sich in den digitalen Stellvertreter eines Menschen verlieben?
Der Film porträtiert Menschen, die sich selbst in der digitalen Scheinwelt verlieren oder ihr Glück dort finden. Menschen wie Carolyn, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Eine gewisse Unzufrieden

heit mit der Gesamtsituation drängte die Amerikanerin geradezu in das Internet-Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo jeder hübsch und aufregend sein kann, sofern er ein paar Dollars investiert. Bei "Second Life" lernte sie den Engländer Elliot kennen, begann mit ihm online eine leidenschaftliche Affäre und entfremdete sich dabei immer mehr von ihrem Mann und ihren Kindern. Irgendwann verdrängte das zweite Leben das erste von Carolyn, die eine folgenschwere Entscheidung traf.
Auch das Leben von Steve änderte sich durch "Second Life" radikal. Obwohl seit Jahren in einer festen Beziehung, erliegt er im Pixel-Universum der virtuellen Schönheit Kira. Die Figur hat optisch zwar nur wenig mit ihrer wahren Besitzerin, Kirsten, gemein. Dennoch glaubt Steve fest daran, die R

ichtige gefunden zu haben.
Sicherlich zwei Einzelschicksale, die von den "BBC"-Reportern beleuchtet werden. Gleichzeitig hält die Doku jedoch einer ganzen Generation den Spiegel vor, die nicht mehr im wahren Leben, sondern im Netz nach Zuneigung und Abenteuer sucht.
Ausstrahlung am 07.05.2008 um 23:00 Uhr auf vox
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
vox / BBC
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