Aber ich liebe Kavaliere. Mit guten Manieren kann man bei mir punkten." Das Heimwerkertalent, vermutet Anja Kruse, hat sie vom Vater geerbt. Er hatte einen technischen Beruf, ist "ein Bastler und Werker". "Es hat mich immer fasziniert, wie er seine Sachen machte - und immer noch macht." Jetzt lächelt sie. Der Gedanke an den Vater ist auch der an den "wichtigsten Menschen in meinem Leben": "Weil er ein konstanter Mensch ist. Es gibt immer mal einen oder eine Zweitwichtigste. Doch die wechseln im Laufe eines Lebens. Solange es meinen Vater gibt, ist er der Wichtigste."
Vielen Zuschauern ist Anja Kruse noch immer als Publikumsliebling aus Serien wie "Schwarzwaldklinik" oder "Forsthaus Falkenau" in Erinnerung. Nun tritt die gebürtige Essenerin, die Mitte der 90er zum Imagewandel ausholte, regelmäßig in der Heimatfilmreihe in Erscheinung, auch der nächste soll "ein klassischer ARD-Degeto-Film" sein. Doch Anja Kruse gelingt seit Jahren der Balanceakt, nebenbei in internationalen Produktionen aufzutreten, im Musical zu singen und auf der Bühne zu stehen.
Erst im Januar endete eine Theatertournee durch 50 Städte mit "Die Reifeprüfung". "Theater ist mir sehr wichtig: Einmal im Jahr sollte das schon sein. Wenn es die Rolle wert ist, Dreharbeiten abzusagen und Lebenszeit zu investieren." Ebenfalls bekannt ist sie für ihre Schönheitstipps. "Ich möchte mich insofern dazu äußern, dass es darum geht, seine eigene Schönheit zu entwickeln und nicht einem Idol hinterherzulaufen. Aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die jeden Tag ein paar Stunden vor dem Spiegel stehen - dafür habe ich die Zeit gar nicht."
Wenn sich aber beispielsweise eine längere Pause am Drehort ergibt, darf es schon ein Besuch im Kosmetikinstitut sein. Ihre wertvolle Zeit unnütz verstreichen zu lassen, das scheint Anja Kruse gar nicht zu behagen. "Maniküre, Pediküre und ab und zu Verwöhnmassagen. Das ist ganz wichtig für die Energie." Ja, einen gewissen Hang zum Luxus gesteht sich die praktizierende Buddhistin durchaus zu - mit Einschränkungen: "Ich hatte eine Phase, in der ich wirklich viel in Designerklamotten unterwegs war. Aber das ist alles nicht mehr so wichtig. Was Luxusgüter angeht, habe ich sicherlich abgespeckt." Und Luxus wird nun anders definiert: "Dass ich es mir erlauben kann, während einer normalen Werkwoche in Südtirol Skifahren zu gehen, zum Beispiel. Ich muss mich nicht in den Stau stellen, wenn alle fahren. Auch schöne Drehorte besuchen zu können oder dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen
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