Aber genau deshalb lieben sie uns, weil sie uns nicht verstehen.
teleschau: Können auch Sie bösartig werden, wenn Sie eifersüchtig oder neidisch auf eine Nebenbuhlerin sind?
Hudson: Ich eigne mich nicht wirklich für einen leidenschaftlichen Catfight. Dafür bin ich zu ausgeglichen. Das liegt wohl auch am harmonisierenden Einfluss meiner Mutter, die bekanntlich Buddhistin ist. Doch ohnehin sind solche Auseinandersetzungen für uns Frauen nicht Ausdruck von Aggressivität, sondern einfach hochemotional und dramatisch. Männer verstehen das nicht, ich kann es beurteilen, schließlich bin ich unter vielen Brüdern aufgewachsen. Deshalb habe ich mir auch Freundinnen gesucht, mit denen ich offen und ehrlich über alles reden konnte.
teleschau: Haben Sie es je bereut, zu einem Hollywoodstar avanciert zu sein?
Hudson: Meine Eltern haben uns Kindern früh beigebracht, dass wir das ganze Unterhaltungsgeschäft ganz unaufgeregt und realistisch betrachten müssen. Wir lebten damals zurückgezogen in Colorado, fernab von der Traumfabrik. Mit Erfolg, das habe ich verstanden, kommt die Gefahr, dass man sich selbst zu wichtig nimmt und zu Selbstüberschätzung neigt, bis man irgendwann glaubt, wirklich ein Superstar zu sein. Ich wusste also, was auf mich zukommt, dass ich kritisiert werden würde, dass ich genauso viele große Fehler wie Erfolge haben würde, dass mich die Leute lieben und hassen würden. Man sollte nur das lieben, was man macht, also den kreativen Prozess. Alles andere ist nicht real.
teleschau: Fühlen Sie sich nicht geschmeichelt, Ihr Gesicht auf den Titelblättern und Ihren Namen in den Zeitungen zu sehen?
Hudson: Für mich bedeutet Erfolg etwas anderes: Zum Beispiel, dass ich zu einem großen Filmstudio gehen und darum bitten kann, einen weiblichen Buddy-Film zu drehen und es mir daraufhin ermöglicht wird. In solchen Momenten ist es aufregend, ein Star zu sein, weil man die Möglichkeit bekommt, etwas zu entwickeln. Alles andere ist nur heiße Luft: Gegen die Boulevardpresse hat doch sowieso niemand eine Handhabe, das ist ein autonomes System, das von selbst läuft, auch ohne dass etwas geschieht.
teleschau: Hat Ihnen das Rampenlicht öffentliche Sünden wie das Rauchen abgewöhnt?
Hudson: Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass ich das letzte Mal eine Zigarette geraucht habe. Als Kind hat in meiner Familie jeder geraucht, selbst meine Oma. Aus dieser Gewöhnung auszubrechen, war natürlich schwierig. Besonders in Europa fällt es mir schwer, durchzuhalten, aber ich bin bisher nicht wieder schwach geworden
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