Die Galerie „The
Geffen Contemporary“ in Los Angeles: In der ehemaligen Reperaturwerkstatt für
Polizeiwagen riecht es nach frischer Farbe und Sperrholz. Smells like lots of
work! Schließlich soll in 24 Stunden hier „Transmission LA: AV CLUB“
eröffnet werden, ein 17-tägiges Kunst- und Musikfestival.
Kuratiert wird
der Event von Mike D, Gründungsmitglied der legendären „Beastie Boys“. Auch
bei seiner eigenen Installation, in der das neue Concept Style Coupé von Mercedes-Benz
präsentiert wird, gibt es Probleme: Musik und Lightshow laufen nicht synchron. Dementsprechend aufgekratzt ist der frisch gebackene Kurator, als
wir mit ihm über seinen Event und seinen Style sprechen.
Es gab Zeiten, in denen hattest du ein dickes
VW-Zeichen um den Hals baumeln. Jetzt kuratisiert du eine Veranstaltung, die
von der Konkurrenz gesponsort wird. Was ist passiert?
Die
Zeichen damals habe ich geklaut. Das dicke Mercedes-Logo, das hier vor der Halle
baumelt, das musste ich nicht stehlen. Weißt du, ich habe Kinder und da kann
ich mir keinen Ärger leisten.
Du hast zwei Söhne im Teenager-Alter, bist aber in
einem ziemlich verrückten Business unterwegs. Sagen
die beiden nicht manchmal „Dad, das ist peinlich, du bist zu alt für sowas“?
Nein, ich glaube
die finden das cool. Letzte Woche hatten sie Schulferien und sind hier vorbei
gekommen. Sie hatten hier echt Spaß, fanden alles echt cool, besonders den
Raum mit den bunten Rädern.
Welcher Raum begeistert dich am meisten
beziehungsweise, bei welcher Installation bist du besonders gespannt auf die
Reaktion der Besucher?
Mich interessiert
vor allem, wie die Leute auf die Ausstellung als Ganzes reagieren und worauf sie
sofort anspringen. Für mich ist das hier wie ein Album – ich bin ja noch mit
Musikalben aufgewachsen. Wenn ich mir ein Album anhöre, dann habe ich mit der
Zeit immer wieder einen anderen Song, der gerade mein Favorit ist. Ich hoffe,
dass es den Leuten mit dieser Show genau so geht. Sie sollen durchlaufen
und sagen „Wow, das Soundsystem von Tom Sachs, das ist mein Favorit“ und
beim nächsten Mal sollen sie bei einer Videoinstallation in den hinteren Räumen
hängen bleiben.
Wenn wir schon bei deiner Musik sind: Der Stil hat sich über die Jahre definitiv verändert...
Ich denke alles, worauf man steht, ob es nun Musik ist, Bücher oder eben der Lifestyle im Allgemeinen, das verändert sich mit der Zeit. Der eigene Geschmack verfeinert sich, trotzdem gibt es immer wieder Sachen, zu denen man gerne zurückkehrt.
Wie hat sich mit dem Lifestyle dein Look
verändert?
Man
entwickelt sich da immer weiter. Jeder hat verschiedene Facetten, die sich in
einen Modestil übersetzen lassen. Ich bin in New York aufgewachsen und bin ein echtes
Punk Rock-Kid, ich habe aber auch Hip Hop geliebt. Punk Rock das war dann sowas
wie Kampfstiefel und der ganze Kram, während die Hip Hop-Kids Sneakers tragen.
Die einen haben verrückte Frisuren, die anderen tragen halt eine Cap. Aber ich
glaube die „Attitude“ ist die selbe, hinter beidem steckt eine starke Kultur.
Was trägst du heute am liebsten? Ich sehe weder
Stiefel noch Cap.
Ich weiß nicht,
ich habe keinen Dresscode in meinem Job. Ich mag es einfach, ein gut
angezogener Typ zu sein. Manchmal kehre ich gerne den eleganten Mann von Welt
raus und bringe das ins Spiel. (lacht) Neun Monate lebe ich aber am Strand und
bin einfach nur froh, wenn ich Shorts tragen und barfuß gehen darf – das ist
meine glücklichste Zeit.
Wie fühlst du dich jetzt? Morgen ist schließlich
schon die große Eröffnungsparty.
Ich bin aufgeregt,
sogar richtig nervös! In den nächsten 24 Stunden muss hier noch eine Menge
getan werden. Aber ich freue mich wirklich darauf zu sehen, wie sich alles hier
entwickelt und endlich fertig gestellt wird.
Was erwartet die Besucher, die zu deinem „AV CLUB“ kommen?
Was ich hoffe
ist, dass die Besucher hier etwas erleben, was sie am Ende nur schwer
beschreiben können. Dass sich das alles hier nicht nur auf Gemälde,
Installationen, Visuelle Kunst oder Musik reduzieren lässt. Die Kunst hier lebt
davon, erlebt zu werden.
„Transmission LA: AV CLUB“ findet vom 20. April bis zum 6. Mai im „The Geffen Contemporary at MOCA“, in Los Angeles statt, der Eintritt ist frei.



